Nasa-Raumschiff "Orion"-Probeflug auf Freitag verschoben

Die neue Raumkapsel "Orion" der Nasa sollte Donnerstagmittag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral abheben. Doch zu starke Winde, ein Boot und lose Kabel verhinderten den Start.

Weiter warten: Die Delta-IV-Rakete mit Raumschiff "Orion"
REUTERS

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Cape Canaveral - Zum Schluss wurde es noch einmal richtig spannend: Der Start der "Orion"-Raumkapsel am Donnerstagmittag war bereits mehrfach verschoben worden. Erst war ein Boot zu nah an die Startrampe des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral in Florida gekommen, dann waren die Winde zu stark, dann gab es technische Schwierigkeiten. Gegen 15.40 Uhr wollten die Mitarbeiter der Nasa es noch einmal versuchen. Doch wieder durchkreuzten Winde die Pläne der Raumfahrttechniker. Am Freitag soll es einen neuen Versuch geben.

Der Start wird mit sehr viel Spannung erwartet, denn mit dem Raumschiff "Orion" sollen schon bald bis zu sechs Astronauten zum Mond, auf einen Asteroiden oder noch viel weiter fliegen. "Dies ist unser nächster Schritt auf dem Weg zum Mars, und es ist ein großer", sagte Nasa-Manager William Gerstenmaier.

Mit "Orion" will die kriselnde Nasa wieder Aufbruchstimmung erzeugen. Die Spaceshuttles sind seit 2011 eingemottet, die bemannten Routineflüge zur Raumstation ISS führen die Russen und ab 2017 zwei Privatunternehmen aus den USA durch. Die Nasa selbst konzentriert sich derweil auf Ziele außerhalb des Erdorbits.

Nasa
Wenn "Orion" am Freitag tatsächlich abhebt, wäre sie gar nicht allzu lange unterwegs. Der unbemannte Jungfernflug soll nur viereinhalb Stunden dauern. Das Raumschiff wird in dieser Zeit zwei Runden um die Erde drehen, die erste in einem erdnahen Orbit in 200 bis 900 Kilometern Höhe. Danach wird die Oberstufe der Rakete noch einmal für fast fünf Minuten feuern, um "Orion" bis in eine Höhe von 5800 Kilometern zu katapultieren. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS umkreist die Erde in etwa 400 Kilometern Höhe.

nik



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DanielDüsentrieb 04.12.2014
1. defekte Magnetventile
ich weiß ja nicht, wo Spiegel seine Informationen her hat, aber wer den Start auf der NASA-Seite live mitverfolgt hat, konnte hören, daß 2 Magnetventile der Booster 1 und 2 nur halb geschlossen haben. Dies ist bei der Deltarakete wohl schon öfters vorgekommen und so wollte man mit einem 5er Testzyklus versuchen die Ventile der 3 Booster von Stufe 1 zu prüfen und in Gang zu kriegen - hat aber nicht geklappt. Die Ventile steuern den Zustrom von flüssigem Sauerstoff und Wasserstoff - und sind somit extremer Kälte ausgesetzt.
hanseulenspygel 04.12.2014
2. Utopie
Solange es nicht möglich ist, eine neue ISS zwei Jahre lang ohne monatliche Versorgungsflüge und mit Besatzung (!) um die Erde kreisen zu lassen ("künstliche Biosphäre") und wenigstens ein paar Gramm Marsstaub auf die Erde "herunter"-zuholen, bleibt das alles schöne Utopie. Um den Mars zu erforschen reichen Roboter - welche ständig robuster und selbstständiger werden - vollauf. Ganz nebenbei : vor knapp 50 Jahren waren wir Deutsche schon wesentlich weiter mit UNSERER Orion, nicht zuletzt auch auf dem Gebiet der Gesellschaftstänze : https://www.youtube.com/watch?v=xAIRlgTf7ms
Oberleerer 04.12.2014
3.
Es gibt ja etliche Leute, die sich freiwillig gemeldet haben um bis zum Tode in einer winzigen Zelle auf dem Mars zu verbringen, finaziert durch ständige Kamerabeobachtung für Spanner. Vor 50 Jahren war das noch irgendwie spannend, aber ist denen überhaupt bewußt, daß sie nie wieder ein neues iPhone bekommen werden und der Netzempfang wohl auch eher mies ist?
Ossi! 05.12.2014
4. Super, ich kenne auch die Besatzung!
Commander Major Cliff Allister McLane, Armierungsoffizier Leutnant Mario de Monti, Raumüberwachungsoffizier Leutnant Helga Legrelle , Bordingenieur Leutnant Hasso Sigbjörnson und Astrogator Leutnant Atan Shubashi. Dazu kommt noch vom GSD Leutnant Tamara Jagelowsk. Die Bedienelemente des Raumschiffs erinnern an Bügeleisen und Eisportionierer.
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