Quadrantiden: Meteorschwarm zündet Sternschnuppen-Dauerfeuer

Ein Meteorschwarm trifft auf die Erde und entfacht ein Feuerwerk in der Atmosphäre. Eine Sternschnuppe pro Minute saust in der Nacht zum Mittwoch über Deutschlands Himmel - doch das Schmuddelwetter trübt die Vorfreude auf die sogenannten Quadrantiden.

Spektakulär: Der Meteorschwarm der Quadrantiden Fotos
NASA/ Caltech/ Jeremie Vaubaillon et al.

Berlin - 2012 hat begonnen, und wie zu Beginn jedes neuen Jahres nähern sich die Quadrantiden der Erde. Zahlreiche kleine Brocken prasseln dann auf die Atmosphäre ein und sorgen für ein Sternschnuppen-Feuerwerk. Doch die Chance auf freie Sicht ist schlecht: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt Regen und dichte Wolken voraus.

Theoretisch könnte etwa eine Sternschnuppe pro Minute beobachtet werden, sagt Jost Jahn, Sprecher der Vereinigung der Sternfreunde. Der Meteorschauer erreiche sein Maximum am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr - aber auch schon vorher regne es zahlreiche Sternschnuppen. "Die Quadrantiden sind jedes Jahr um diese Zeit zu sehen", sagt Jahn. Die Stärke des Schauers sei 2012 normal.

Nach Angaben des DWD dürfte die Wolkendecke über ganz Deutschland aber so dicht sein, dass es sehr schwierig wird, Sternschnuppen zu entdecken. Die besten Chancen auf Wolkenlücken gebe es in Nordrhein-Westfalen und im Nordosten Deutschlands.

Ursprung der Schnuppen

Sternschnuppen sind kleine Gesteinsbrocken, die mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintauchen und dabei verglühen. Der dabei entstehende Lichtstreif hat Menschen seit Urzeiten fasziniert. Weitere bekannte Meteorschwärme bilden die Lyriden im April und die Perseiden im August. Insbesondere die Perseiden versprechen jedes Sommer ein beeindruckendes Schauspiel.

Ihren Namen haben die Quadrantiden von der Konstellation, aus der sie scheinbar herausfliegen: dem früheren Sternbild Mauerquadrant. Das gibt es heute nicht mehr - es wurde dem Sternbild Bootes zugeordnet. Der tatsächliche Ursprungsort der Quadrantiden sei erst seit 2003 bekannt, sagte Jahn. "Es ist der Asteroid 2003 EH1."

Astronomen glauben, dass 2003 EH1 das größte verbliebene Bruchstück eines Kometen sein könnte, der vor mehreren Jahrhunderten zerbrochen ist. Aus den kleineren Teilen sei dann möglicherweise der Meteorstrom der Quadrantiden entstanden. Einen Kandidaten für den zerborstenen Kometen gibt es auch: Ende des 15. Jahrhunderts beobachteten Astronomen in Asien den Kometen C/1490 Y1. Seine Bahn stimmt nach neuen Berechnungen gut mit den Bahnen der Quadrantiden überein.

hda/dpa

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