Quadrantiden Es regnet Kometentrümmerchen

Zehn Tage lang erscheinen Sternschnuppen am Nachthimmel - sobald sich die Wolken verziehen. Es handelt sich um Bruchstücke eines Kometen.

Sternschnuppen
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Die Quadrantiden kommen. Die Sternschnuppen erreichen ihren Höhepunkt in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Dann werden etwa hundert Meteore pro Stunde erwartet. Es handelt sich um kleine Gesteinsbrocken, die mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintauchen und verglühen, wobei sie einen Lichtstreif erzeugen.

Allerdings dürfte es zunächst schwierig werden, sie zu erspähen. Wetterdienste sagen für Deutschland, die Schweiz und Österreich schlechtes Beobachtungswetter voraus: Wolken und Regen.

Nach Auskunft von Sirko Molau von der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Heppenheim stört auch der Mond mit seiner aktuell starken Helligkeit: "Die Quadrantiden sind nicht optimal zu beobachten."

Die beste Zeit dürfte am Donnerstagmorgen sein. Dann könnten in der Stunde noch etwa 30 Sternschnuppen erwartet werden. Das für kurz vor Mitternacht erwartete Maximum der Quadrantiden lasse schnell nach.

Bruchstücke eines Kometen

Ihren Namen haben die Quadrantiden von dem Sternbild, aus dem sie scheinbar herausfliegen: dem Mauerquadranten. Das Sternbild gibt es heute aber nicht mehr - es wurde dem des Bootes zugeordnet. Der tatsächliche Ursprungsort der Quadrantiden ist erst seit 2003 bekannt: Es ist der Asteroid "2003 EH1".

Astronomen glauben, dass "2003 EH1" das größte verbliebene Bruchstück eines Kometen sein könnte, der vor mehreren Jahrhunderten zerbrochen ist. Aus den kleineren Teilen sei möglicherweise der Meteorstrom der Quadrantiden entstanden.

Einen Kandidaten für den zerborstenen Kometen gibt es auch: Ende des 15. Jahrhunderts beobachteten Astronomen in Asien den Kometen C/1490 Y1. Seine Bahn stimmt nach neuen Berechnungen gut mit den Bahnen der Quadrantiden überein.

Etwa zehn Tage flitzen die Quadrantiden sichtbar übers Firmament. Das Naturschauspiel wiederholt sich jedes Jahr im Januar. Der Meteoritenstrom gehört zu den vier größten. Die nächsten Sternschnuppen sind die Lyriden, sie werden in der Zeit vom 16. bis 25. April 2018 aktiv.

boj/dpa

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