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Schwarze Löcher: Quasar spuckt Rekordmenge Energie ins All

Die Masse von 400 Sonnen, jedes Jahr weggeschleudert mit knapp 30 Millionen Kilometern pro Stunde: Astronomen haben einen Quasar entdeckt, der mehr Energie aussendet als alle bekannten Schwarzen Löcher. Die Analyse des Himmelsobjekts beendet eine jahrzehntelange Suche.

Rekord-Quasar (Illustration): Energie strahlt 1000 Lichtjahre in die ihn umgebende Galaxie Zur Großansicht
ESO/ L. Calçada

Rekord-Quasar (Illustration): Energie strahlt 1000 Lichtjahre in die ihn umgebende Galaxie

Quasare gehören zu den hellsten Objekten im Universum. Sie bilden das Zentrum entfernter Galaxien und feuern große Mengen Energie ins All, die auch bei der Entwicklung von Galaxien eine Rolle spielt. Nun haben Forscher einen Materiestrom aufgenommen, der alle bisher beobachteten Energiemengen um ein Vielfaches übersteigt. Zum ersten Mal stimmt die aufgezeichnete Energie mit theoretischen Berechnungen von Astronomen überein.

Der untersuchte Quasar schickt jährlich eine Materiemasse von rund 400 Sonnen ins All und zwar mit knapp 30 Millionen Kilometern pro Stunde. Dieser Materiestrom enthalte zwei Billionen Mal mehr Energie, als unsere Sonne abstrahlt, berichten spanische und amerikanische Forscher in einer kommenden Ausgabe des Fachblatts "The Astrophysical Journal". Der Strom habe mindestens fünfmal mehr Energie als der vorige Rekordhalter.

"Wir haben den energiereichsten Quasar-Materiestrom entdeckt, der je beobachtet wurde", sagt Nahum Arav von der Technischen Universität von Virginia in Blacksburg. Die Materie strahle hundertmal mehr Energie aus als die gesamte Milchstraße. "Das ist ein wahrhaft gigantischer Energieausstoß."

Mit der Aufnahme sei es erstmals gelungen, einen Quasar-Materiefluss zu messen, der so hohe Energiemengen zeigt, wie von der Theorie vorhergesagt, so Arav weiter. Alle zuvor beobachteten Quasar-Materieflüsse seien nicht so stark wie von Theoretikern erwartet: "Nach etwas Derartigem haben wir Jahrzehnte gesucht."

Eingefangen hat die Strahlung der abgeworfenen Materie das Very Large Telescope (VLT) in Chile. Ausgesendet wurde sie vom Quasar mit der sperrigen Bezeichnung SDSS J1106+1939 aus dem Sternbild Löwe. Astronomen gehen davon aus, dass es sich bei Quasaren um supermassereiche Schwarze Löcher handelt. Eigentlich sind diese vor allem dafür bekannt, Materie zu verschlingen. Dabei schleudern sie jedoch auch einen Teil der Materie mit hoher Geschwindigkeit zurück ins All.

jme/dpa

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