Raum-Fluch: Zug mit Space-Shuttle-Teilen entgleist

Die Space Shuttles der Nasa scheinen vom Pech verfolgt - sogar wenn sie in Einzelteilen unterwegs sind. Ein Zug mit Bauteilen für die Raumfähren "Discovery" und "Atlantis" ist entgleist. Sechs Menschen wurden verletzt.

Washington - Der Zug entgleiste am Mittwoch im US-Bundesstaat Alabama. Wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa in Washington mitteilte, wurden sechs Menschen bei dem Unfall verletzt, einer von ihnen schwer. Der Zug habe Teile der wiederverwendbaren Feststoffraketen transportiert, die beim Start der Shuttles benutzt werden. Außerdem habe sich in dem Zug ein Personenwaggon für Transportbegleiter der Nasa und der Raketen-Herstellerfirma befunden.

Entgleister Zug mit Shuttle-Teilen: Die Pechsträhne der Nasa scheint nicht enden zu wollen
AP

Entgleister Zug mit Shuttle-Teilen: Die Pechsträhne der Nasa scheint nicht enden zu wollen

Die Raketen sollten im Oktober beim Start der "Discovery" und im Dezember bei der "Atlantis" zum Einsatz kommen. Verzögerungen im Flugplan soll es wegen des Unfalls nicht geben. Wie stark das Material beschädigt wurde, sei bisher nicht bekannt. Der Zug befand sich auf der Fahrt von der Herstellerfirma für die Raketen im US-Bundesstaat Utah zum Kennedy Space Center in Florida.

Zu dem Unglück sei es gekommen, als bei Pennington in Alabama eine Brücke unter dem Gewicht der beiden Lokomotiven des Zugs zusammenbrach, teilte die Nasa mit. Die Loks und der Personenwaggon seien eine rund drei Meter tiefe Böschung hinuntergestürzt und auf der Seite liegen geblieben. Auch ein Waggon mit Raketenteilen sei umgefallen.

Der Zug hat acht Treibstoff-Segmente der Shuttle-Raketen transportiert. Ein Sprecher der Herstellerfirma sagte, dass die Teile nun wahrscheinlich in die Fabrik zurücktransportiert werden. Zunächst aber sei es eine "Herausforderung", die schweren Teile wieder aus der Böschung zu bekommen .

Die 45 Meter hohen Booster haben sich in der Vergangenheit auf tragische Weise als empfindlich erwiesen: 1986 kamen sieben Astronauten ums Leben, als die Raumfähre "Challenger" beim Start explodierte. Die Ursache war eine undichte Stelle zwischen zwei Treibstoff-Segmenten einer Rakete.

Die Booster bringen den Shuttle während der ersten Flugminuten aus dem Schwerefeld der Erde, werden dann abgeworfen und fallen an Fallschirmen ins Meer. Von dort werden sie geborgen und können später erneut verwendet werden.

Der Zugunfall ist der jüngste in einer Kette von Unglücksfällen bei der Nasa. Im Februar wurde die Astronautin Lisa Nowak verhaftet, weil sie versucht haben soll, eine Nebenbuhlerin zu kidnappen. Im gleichen Monaten hat ein Hagelsturm zahlreiche Dellen in den Außentank des Space Shuttles "Atlantis" geschlagen und den Start um Monate verzögert. Im April hat ein Nasa-Angestellter am Johnson Space Center in Houston einen Kollegen und danach sich selbst erschossen.

mbe/dpa/AP

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