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Raumfähre "Discovery": Erneut Teil bei Start abgebrochen

Beim Start der US-Raumfähre "Discovery" soll ein größeres Stück vom Außentank abgebrochen sein. Die Nasa warnte vor Panikmache, weil sich bei jedem Start Teile lösten. Experten wollen die Aufnahmen vom Start jetzt Bild für Bild auswerten.

"Discovery": Unbekanntes Trümmerteil (rot umkreist)
REUTERS / NASA TV

"Discovery": Unbekanntes Trümmerteil (rot umkreist)

Cape Canaveral - In den anfänglichen Jubel über den geglückten Shuttle-Start mischt sich mittlerweile die Sorge über mögliche Beschädigungen an der Raumfähre. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa ist beim Start der "Discovery" ein größeres Stück vom Außentank abgebrochen. Die Nasa-Führung warnte vor Panikmache, weil bei jedem Start planmäßig Teile abfielen.

Die Aufnahmen vom Start würden jetzt Bild für Bild ausgewertet, sagte Start-Direktor Mike Leinbach im "Kennedy Space Center" der Nasa in Florida. Die Nachrichtenagentur AP berichtete außerdem von Kamera-Aufzeichnungen, die zeigten, wie kurz nach dem Start zwei helle Teile von der Raumfähre wegflogen. Nach Nasa-Angaben handelt es sich bei den beiden Stücken möglicherweise um Papierabdeckungen, mit denen vor dem Start die Schubdüsen des Shuttles abgedeckt waren. Radarkontrollen hätten keine herabfallenden Teile registriert.

Nach den Worten des stellvertretenden Programmdirektors Wayne Hale hat die Nasa erst am sechsten Flugtag einen vollständigen Überblick über alle aufgezeichneten Daten und den genauen Zustand des Shuttles. Die Nasa wisse damit über den Zustand des Hitzeschildes Bescheid, bevor die Raumfähre zurückkehre. Nasa-Chef Michael Griffin sagte, man könne erst nach der geglückten Landung in zwölf Tagen von einem sicheren Flug sprechen.

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Space Shuttle: Die Rückkehr zur bemannten Raumfahrt

Ein rund 800 Gramm schweres Stück Schaumstoff hatte am 1. Februar 2003 zur "Columbia"-Tragödie geführt. Beim Start beschädigte der Schaumstoff Hitzekacheln am linken Flügel. Als der Space Shuttle wieder in die Atmosphäre eindrang, brach es auseinander. Alle sieben Astronauten kamen ums Leben.

Die Raumfähre "Discovery" hatte heute pünktlich um 16.39 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral abgehoben. Zwei Minuten nach dem Start lösten sich die beiden seitlichen Antriebsraketen, weitere sechs Minuten danach wurde der gigantische orangefarbene Außentank abgeworfen, bevor der Shuttle wenige Sekunden später die Erdumlaufbahn erreichte.

Ein Gelingen des Fluges ist nicht nur psychologisch wichtig für die Nasa. Der Absturz der Fähre "Columbia" Anfang 2003 hatte die Raumfahrtbehörde in eine Krise gestürzt. Mühsam wurden die Fehler aufgerollt, die zu der Katastrophe geführt hatten.

Trümmerteil: Die Position hat sich im Vergleich zur ersten Aufnahme geändert
REUTERS

Trümmerteil: Die Position hat sich im Vergleich zur ersten Aufnahme geändert

Auch die Zukunft der Internationalen Raumstation ISS hängt von der erfolgreichen Aufnahme der Shuttle-Flüge ab. In den vergangenen zwei Jahren waren es russische Sojus-Raumschiffe, die die Versorgung der Besatzung allein übernehmen mussten.

"Der Start des Space Shuttles 'Discovery' markiert den Anfang von Amerikas neuem Weg zu Mond, Mars und darüber hinaus", sagte Nasa-Sprecher George Diller. Wayne Hale, Manager der Shuttle-Mission, bekannte, er sei den ganzen Morgen sehr nervös gewesen. "Es war ein großer Tag."

In den Stunden vor dem Start hatte es keinerlei Probleme mehr mit den Treibstoffsensoren gegeben. Ein erster Startversuch am 13. Juli war knapp zweieinhalb Stunden vor dem Abheben abgebrochen worden, weil einer der Sensoren nicht richtig funktionierte. Um an den Sensor zu gelangen, mussten die Techniker den Treibstoff aus flüssigem Wasser- und Sauerstoff aus dem Tank ablassen. Auch nach der Untersuchung von 161 möglichen Ursachen stand die Ursache des Defekts nicht eindeutig fest.

Sigmar Wittig, Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), beglückwünschte Nasa-Chef Michael Griffin zur erfolgreichen Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge: "Mit diesem Shutttle-Start ist eine wichtige Voraussetzung für die wissenschaftlich-technische Nutzung der Internationalen Raumstation ISS gegeben." Gleichzeitig rücke der "mit Spannung erwartete" Langzeitaufenthalt des deutschen Esa-Astronauten Thomas Reiter auf der ISS näher. Reiter soll im Herbst mit der Fähre "Atlantis" ins All fliegen.

Toastbrot zum Frühstück

Kampf gegen Schwachstellen: Neue Sicherheitstechnik am Space Shuttle
DDP/ NASA

Kampf gegen Schwachstellen: Neue Sicherheitstechnik am Space Shuttle

Neben Kommandeurin Eileen Collins, 48, war eine weitere Astronautin, Wendy Lawrence, 46, an Bord der "Discovery" gegangen. Die sieben Besatzungsmitglieder, unter ihnen auch der Japaner Soichi Noguchi, 40, hatten gegen Mitternacht ihre letzte Mahlzeit vor dem Start zu sich genommen. Collins entschied sich für Toastbrot und eine Fruchtschale, ihr Ko-Pilot Jim Kelly aß lediglich etwas Obst.

Die Raumfähre "Discovery" ist der derzeit älteste Shuttle im Dienste der Nasa. Ihren Jungfernflug absolvierte sie am 30. August 1984. Die "Discovery" gilt als das Arbeitspferd der Nasa. Sie wurde als dritte Raumfähre gebaut und hat inzwischen mit 30 Flügen mehr absolviert als jeder andere der ursprünglich fünf Shuttles. Sie verbrachte rund 242 Tage im All und legte knapp 159 Millionen Kilometer zurück. Es war die "Discovery", die das das Weltraumteleskop "Hubble" ins Weltall brachte.

Während ihrer zwölftägigen Mission soll die Besatzung der "Discovery" an die ISS andocken. Zwei Astronauten sollen bei Weltraumspaziergängen versuchen, an der Raumstation mit giftigen Substanzen Reparaturarbeiten vorzunehmen. Darüber hinaus soll ein Roboter-Greifarm mit Laserstrahlen eingesetzt werden. Schließlich ist geplant, ein Gyroskop auszuwechseln, mit dem die Raumstation automatisch durch das All gesteuert wird.

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