Washington - Es ist einer der letzten Flüge des Shuttle-Programms überhaupt - und er hat den Nasa-Mitarbeitern bisher schon einiges Kopfzerbrechen bereitet. Nach mehreren Verzögerungen wegen technischer Probleme soll die Raumfähre "Discovery" nun Ende Februar zu ihrer letzten Reise ins All starten. "Wir halten einen Starttermin am 24. Februar für möglich", sagte der für die Internationale Raumstation (ISS) zuständige Nasa-Manager Mike Suffredini. Um den Zeitplan einhalten zu können, gebe es aber noch Arbeit.
Beim letzten Startversuch am 5. November hatten Techniker ein Leck und später mehrere lange Risse im Außentank der "Discovery" entdeckt. Der Start musste deshalb mehrfach verschoben werden. Schuld an den Rissen seien sowohl Probleme bei der Herstellung als auch die große Belastung des Tanks bei der Befüllung, erklärte die Nasa. Nun will die Raumfahrtbehörde das Problem mit Heimwerkertechnik lösen: An den Rissstellen soll der Außentank mit Metallstreifen verstärkt werden.
Auf ihrer elftägigen Mission soll die "Discovery" sechs US-Astronauten sowie Ausrüstungsgegenstände für die ISS ins All bringen. Mit an Bord ist dann auch "Robonaut 2" - ein Roboter, der äußerlich einem Menschen ähnelt. Die "Discovery" war bislang 38 Mal im All. Nach der 39. und letzten Mission soll die Raumfähre ihren Betrieb einstellen. Dann sind noch zwei weitere Flüge geplant, einer der "Endeavour" und einer der "Atlantis".
Schwierigkeiten bei der Planung der "Endeavour"-Mission im April gibt es auch dadurch, dass der bisherige Kommandant der Mission, Mark Kelly, derzeit nicht im Dienst ist. Seine Frau, die Politikerin Gabrielle Giffords, wurde bei dem Attentat in Tucson am Samstag schwer verletzt. Kelly hatte sich daraufhin beurlauben lassen, um bei ihr sein zu können. Die Nasa erklärte nun, der Astronaut könne selbst entscheiden, ob er fliegen wolle.
Der letzte Flug der "Endeavour" wird sich durch die Tankprobleme wohl ebenfalls verschieben. Wegen zusätzlicher Tests fasse man nun statt des 1. April einen Start am 18. April ins Auge, erklärte die Nasa. Die Raumfähre soll dann ein riesiges Messgerät, das sogenannte Alpha-Magnet-Spektrometer, zur ISS bringen. Dort wird es in der kosmischen Strahlung nach Antimaterie fahnden.
chs/AFP/Reuters
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