Cape Canaveral - Die US-Raumfähre "Endeavour" bricht zu ihrer letzten Mission auf. Sie findet allerdings nicht in den Weiten des Weltraums statt, sondern nur in einigen hundert Metern Höhe. Vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida wird das Space Shuttle auf dem Rücken einer umgebauten Boeing 747 nach Kalifornien geflogen. Der Flug musste nun allerdings wegen einer schlechten Wetterprognose um einen Tag verschoben werden.
Der Transport soll am Dienstag stattfinden, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Sonntag mitteilte. Bevor die Raumfähre in der kalifornischen Metropole eintrifft, werden die US-Bürger ein seltenes Schauspiel am Himmel erleben können: Das "Shuttle Carrier Aircraft" wird mit der "Endeavour" in geringer Höhe, mancherorts in nur 500 Metern, über die Städte hinwegfliegen.
In Los Angeles werden Tausende Schaulustige den heikelsten Teil der Mission verfolgen können, wie die "Los Angeles Times" berichtet: Der Transport vom Flughafen zum kalifornischen Wissenschaftszentrum. Mit einer Spannweite von 26 Metern und dem rund 20 Meter hohen Heck passt die Fähre unter keiner Autobahnbrücke durch. Und mit einem Gewicht von etwa 77 Tonnen lässt sie sich auch nicht mit einem Hubschrauber hieven.
Deshalb wird das Shuttle mit einem Speziallaster über Schleichwege befördert. Wochenlang haben Experten die 20 Kilometer lange Route vorbereitet - auch rund 400 Bäume mussten dem Giganten weichen.
"Endeavour" ist die jüngste der fünf US-Raumfähren, die für Flüge ins All eingesetzt wurden. Sie ersetzte die 1986 explodierte "Challenger" und bestritt seit ihrem ersten Start am 7. Mai 1992 insgesamt 25 Reisen von zusammen 299 Tagen.
Ihr Jungfernflug im Mai 1992 war eine Rettungsmission gewesen, in der ein Nachrichtensatellit eingefangen und in die richtige Umlaufbahn gelenkt wurde. Ihr wichtigster Einsatz führte sie 1993 zum Weltraumteleskop "Hubble".
Nach dem Ende des Space-Shuttle Programms im Juli vergangenen Jahres sind bereits die Raumfähren "Enterprise" und "Discovery" in Museen gebracht worden.
kha/dpa
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