Baikonur/Darmstadt - "Wir haben einen erfolgreichen Start gesehen", berichtete Gaele Winters, Chef des europäischen Raumkontrollzentrums Esoc in Darmstadt. Kurz nach 6 Uhr habe die Fregat-Oberstufe der Rakete zum zweiten Mal gezündet und die Sonde auf ihren endgültigen Kurs zum Zielplaneten Venus geschickt. Zuvor war die Raumsonde rund eine Stunde lang um die Erde gekreist.
Die erste europäische Venusmission soll den nächsten Nachbarplaneten der Erde im April 2006 erreichen. Hauptziel der 220 Millionen Euro teueren Mission ist die Erforschung der Venusatmosphäre.
Nach Angaben der europäischen Raumfahrtagentur Esa sind für die wissenschaftlichen Experimente zunächst 500 Tage geplant. An Bord der unter Mitwirkung von 14 europäischen Staaten konstruierten Sonde befinden sich insgesamt sieben Messinstrumente, darunter Massenspektrometer, Magnetometer sowie eine Spezialkamera. Die Sonde wurde unter Federführung des Raumfahrtkonzerns Eads Astrium im französischen Toulouse gebaut. Gesteuert wird die Raumsonde vom ESA-Raumkontrollzentrum in Darmstadt.
Experten halten es für nahezu ausgeschlossen, dass auf der Venus Leben existiert. Es gibt kaum Wasser. Zudem herrschen hohe Temperaturen und ein enormer Druck. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt ist der Atmosphärendruck etwa 100-mal so hoch wie auf der Erde. Die Temperaturen erreichten 480 Grad Celsius. Die Venusatmosphäre besteht überwiegend aus Kohlendioxid und Schwefelsäure.
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