Raumfahrt-Wochenende: Massenstart ins All

Die internationale Raumfahrt erlebt ein arbeitsreiches Wochenende: Ein deutscher Forschungssatellit und ein japanisches Frachtraumschiff sind erfolgreich gestartet, außerdem wurden vier weitere Satelliten ins All geschossen.

Japanische H-IIB-Rakete (21. Juli): Frachtraumschiff ins All gebracht Zur Großansicht
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Japanische H-IIB-Rakete (21. Juli): Frachtraumschiff ins All gebracht

Baikonur/Tokio - Das Wochenende war für die internationale Raumfahrt außergewöhnlich ereignisreich. Eine russische Trägerrakete hat am Sonntag einen deutschen Forschungssatelliten ins All geschossen. "TET-1" sei um 8.40 Uhr MESZ an der Spitze einer "Sojus-FG" vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet, teilte die Raumfahrtagentur Roskosmos mit.

Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln dient der neue sogenannte Satellitenbus der Erprobung neuer Technologien im Weltraum. Im Unterschied zu seinem Vorgänger verfügt der 120 Kilogramm schwere "TET-1" unter anderem über ein verändertes Onboard-Datenmanagement. Der Forschungssatellit soll mindestens ein Jahr in etwa 550 Kilometern Höhe die Erde umkreisen.

Zusammen mit "TET-1" hat die "Sojus"-Rakete vier weitere Satelliten aus Russland, Weißrussland und Kanada ins All gebracht, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau am Sonntag mit. Der sogenannte Clusterstart fand mit sechswöchiger Verspätung statt. Der ursprüngliche Starttermin am 7. Juni musste wegen vertraglicher Probleme mit Kasachstan, von dem Russland den Weltraumbahnhof bis 2050 gepachtet hat, verschoben werden.

Testmanöver an der ISS

Am späten Sonntagabend sollte noch das russische Frachtraumschiff "Progress M-15M" zu Testzwecken von der Station abgekoppelt werden. Das Manöver ist für 22.37 Uhr deutscher Zeit geplant, teilte das Flugleitzentrum in Koroljow bei Moskau mit. In der Nacht zum Dienstag solle der Frachter dann wieder am russischen "Pirs"-Modul anlegen. Dabei werde eine neue Antenne des Rendezvoussystems "Kurs" getestet.

Am 30. Juli soll "Progress M-15M" dann definitiv ablegen und gezielt über dem Pazifik zum Absturz gebracht werden. Das unbemannte Raumschiff hatte am 22. April 2,4 Tonnen Nachschub zur Station gebracht.

Japan hatte bereits am Samstag sein drittes automatisches Frachtraumschiff zur Internationalen Raumstation ISS auf den Weg gebracht. Der Frachter HTV-3 "Kounotori 3" ("Weißer Storch") , der am Samstag um 4.06 Uhr deutscher Zeit mit einer H-IIB-Trägerrakete vom südjapanischen Weltraumbahnhof Tanegashima abgehoben hat, bringt rund 3,5 Tonnen Nachschub in die Umlaufbahn, teilte die Raumfahrtagentur Jaxa mit. Die Ankopplung sei für kommenden Freitag geplant.

Das Raumschiff hat unter anderem Lebensmittel, Verbrauchsmaterial, eine Kühlwasserpumpe, einen Katalysereaktor, Datenrekorder und wissenschaftliche Ausrüstungen sowie fünf Mini-Satelliten an Bord. Letztere sollen vom japanischen Astronauten Akihiko Hoshide mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung im freien Raum ausgesetzt werden.

mbe/dapd/dpa

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