Raumfahrt: Nasa will vier Astronauten zum Mond schicken

Die ehrgeizigen Weltraumpläne von US-Präsident George W. Bush nehmen Gestalt an: Schon in 13 Jahren sollen vier Astronauten den Mond besuchen - das gesamte Vorhaben kostet laut Nasa 100 Milliarden Dollar.

Apollo-11-Mondlandung am 20. Juli 1969: Neuauflage kostet 100 Milliarden
DPA

Apollo-11-Mondlandung am 20. Juli 1969: Neuauflage kostet 100 Milliarden

Im Weißen Haus wird derzeit kräftig mit Steuermilliarden jongliert. Der Irak-Krieg und die Schäden des Hurrikans "Katrina" verschlingen Unsummen - weitere 100 Milliarden sollen die ehrgeizigen Raumfahrtpläne von Präsident George W. Bush kosten. Dies geht aus einer Nasa-Präsentation hervor, aus der die US-Website space.com zitiert.

Demnach wurden die Pläne für Mond- und Marsflüge gestern von Nasa-Chef Mike Griffin im Weißen Haus vorgestellt. Am Montag wolle die Raumfahrtorganisation die Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz informieren, heißt es auf space.com.

Unter den Zuhörern der gestrigen Präsentation befand sich unter anderem Vize-Präsident Dick Cheney. Präsident Bush hatte im Januar 2004 ein neues Raumfahrtprogramm angekündigt, das bemannte Flüge zum Erdtrabanten bis 2020 und später auch Reisen zum Mars vorsieht.

Bei der Nasa wurde seitdem an den Einzelheiten des Projekts gearbeitet. Jetzt liegen offenbar die ersten Ergebnisse vor: 100 Milliarden Dollar soll das Programm im Zeitraum von zwölf Jahren erfordern. 2018, zwei Jahre früher als von Bush anvisiert, ist die Landung von vier Astronauten auf dem Mond geplant. Die Astronauten sollten sieben Tage auf dem Mond bleiben, berichtet space.com, und danach zur Erde zurückkehren.

Fotostrecke

3  Bilder
Shuttle-Nachfolger: Designvorschlag für das CEV

Die Nasa stellte auch technische Einzelheiten der Mondlandung vor. Zunächst sollen der Landeapparat und das Rückkehrmodul mit einer Schwerlastrakete ins All geschossen werden. Dabei sollen Haupttriebwerke und Feststoffraketen des Space Shuttle zum Einsatz kommen.

Wenn Landeapparat und Rückkehrmodul einen sicheren Orbit erreicht haben, könnte der neue Raumgleiter Crew Exploration Vehicle (CEV) starten, der die Astronauten an Bord hat. Das CEV muss allerdings noch entwickelt werden - ebenso wie die dafür erforderlichen Raketenstufen. Die erste Stufe soll aus vier Feststofftriebwerken bestehen, die zweite aus einem Space-Shuttle-Antrieb.

Im All würden CEV, Landeapparat und Rückkehrmodul zusammengekoppelt und die Reise Richtung Mond beginnen. Denkbar sei der Besuch einer Basis am Südpol des Mondes, wo größere Mengen Wasserstoff entdeckt wurden und auch gefrorenes Wasser vermutet wird.

Die Nasa will mit der Rückkehr zum Mond demonstrieren, dass es möglich ist, die dortigen Ressourcen für einen längeren Aufenthalt fern der Erde zu nutzen. Dies ist essentiell für spätere Flüge zum Mars, die Hunderte Tage dauern und ein autarkes Leben vor Ort erfordern würden.

Auch die europäische Raumfahrtorganisation Esa plant bemannte Flüge zum Mond. Laut dem Aurora-Programm ist eine Landung für 2024 vorgesehen.

Die Entwicklung des Shuttle-Nachfolgers CEV soll laut Nasa 5,5 Milliarden Dollar kosten, für die zugehörige Startrakete werden 4,5 Milliarden Dollar kalkuliert. Die Schwerlastrakete mit einer Nutzlast von 125 Tonnen könnte zwischen fünf und zehn Milliarden Dollar kosten.

Die neuen CEV-Raumschiffe sollen Platz für bis zu sechs Astronauten bieten - sie können parallel auch als unbemannte Transporter dienen. Derzeit konkurrieren Konsortien um die Konzerne Lockheed Martin und Boeing um den Auftrag zum Bau des CEV. Nach neuesten Nasa-Plänen sollen die CEVs im Jahr 2011 die betagte Shuttle-Flotte ablösen.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Weltall
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback