Raumfahrt: Südkorea startet Forschungssatellit

Südkoreanische Rakete nach dem Start: Vorher zwei erfolglose Versuche Zur Großansicht
AP/ Yonhap

Südkoreanische Rakete nach dem Start: Vorher zwei erfolglose Versuche

Nach zwei gescheiterten Versuchen hat Südkorea offenbar erstmals einen Satelliten vom eigenen Weltraumbahnhof ins All befördert. Die Technik für die Rakete stammt teilweise aus Russland.

Seoul - Der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel wird auch technologisch ausgetragen. Erfolgsmeldungen dienen unter anderem dazu, dem jeweiligen politischen Gegner - am besten gar der ganzen Welt - die eigene Leistungsfähigkeit zu beweisen. Und nachdem Nordkorea Ende vergangenen Jahres den Start eines Satelliten meldete, hat das nun offenbar auch Südkorea geschafft.

Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) hob vom Naro Space Center im Süden des Landes die Rakete KSLV-1 ab. Sie sollte den kleinen Forschungssatelliten STSAT-2C (Science and Technology Satellite-2C) in die Erdumlaufbahn bringen. Zumindest der Start ist nach südkoreanischen Angaben erfolgreich verlaufen. STSAT-2C soll unter anderem Wetterdaten liefern und die kosmische Strahlung messen.

Die vergangenen zwei Versuche waren 2009 und 2010 fehlgeschlagen: Einmal verglühte der Satellit, weil sich die Nutzlastverkleidung nicht richtig gelöst hatte, ein anderes Mal explodierte die Rakete im Flug.

Der dritte Startversuch war mehrfach verschoben worden. Die südkoreanischen Behörden hatten signalisiert, das Programm im Fall eines erneuten Flops komplett einzustellen. Russland war am Bau der zweistufigen Rakete beteiligt, weil die USA - eigentlich ein Verbündeter der Regierung in Seoul - sich lange gegen ein südkoreanisches Weltraumprogramm gesträubt hatten.

Nordkorea hatte im Dezember einen Satelliten gestartet. Das waschmaschinengroße Gerät soll angeblich eine Kamera zur Erdbeobachtung an Bord haben. Auch in diesem Fall hatte es zuvor eine ganze Reihe von Fehlstarts gegeben. Das Regime in Pjöngjang hatte den schließlich erfolgreichen Start von Kwangmyongsong-3 als großen technologischen Erfolg verkauft - allerdings taumelt der Satellit offenbar so stark, dass die Kamera kaum einsetzbar sein dürfte.

Südkorea hatte später die Trümmer der nordkoreanischen Rakete aus dem Meer gefischt. Politische Beobachter sehen Nordkoreas Weltraumprogramm auch als Test für Interkontinentalraketen an, mit denen das Land auch die USA erreichen könnte.

chs/AP

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