Langzeitstudie: Raumfahrt-Veteranen sollen ein Jahr auf ISS leben

Vorbereitung für die Reise zum Mars: Zwei Raumfahrer wollen für ein Jahr ins All reisen. Das Experiment soll zeigen, wie Menschen die Schwerelosigkeit verkraften. Besondere Herausforderung ist das relativ hohe Alter der Weltall-Vagabunden.

Scott Kelly (links), Michail Kornijenko: "Auswirkungen des rauen Weltalls besser verstehen" Zur Großansicht
AP/ NASA

Scott Kelly (links), Michail Kornijenko: "Auswirkungen des rauen Weltalls besser verstehen"

New York - Auf der Internationalen Raumstation ISS kennen sie sich bestens aus. Der Russe Michail Kornijenko und sein amerikanischer Kollege Scott Kelly haben beide schon sechs Monate in dem Außenposten in mehr als 400 Kilometern Höhe verbracht. Ab dem Frühjahr 2015 werden der russische Kosmonaut und der US-Astronaut in die Raumstation zurückkehren - für ein ganzes Jahr.

Beide sind erfahrene, aber auch schon, relativ gesehen, betagte Raumfahrer: Kelly - für ihn ist es der vierte Flug - wird beim Start 51 sein. Sein Kollege Kornijenko, bislang einmal im All, ist vier Jahre älter. Für den Flug in die Umlaufbahn werden sie ein russisches Raumschiff nutzen.

"Das Ziel der einjährigen Reise mit dem Raumlabor ist es, die Auswirkungen des rauen Weltalls auf den menschlichen Körper besser zu verstehen", teilte die Nasa mit. Damit könnten künftige Missionen zum Beispiel zum Mars besser vorbereitet werden. "Wir werden viel mehr wissen, wie man im All leben und arbeiten kann und das ist eine wichtige Voraussetzung für spätere Reisen", sagte William Gerstenmaier von der Nasa.

Noch nie waren so alte Raumfahrer so lange im All. Es ist aber weder der längste Aufenthalt, noch sind die beiden die ältesten Reisenden. Den Langzeitrekord hält nach wie vor Waleri Poljakow, der vom Januar 1994 bis zum März 1995 gut 437 Tage im All war. Der älteste Raumfahrer war John Glenn, der als erster Amerikaner 1962 die Erde umkreist hatte. 1998 kehrte er noch einmal zurück - mit 77.

hda/dpa

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1.
criticalck 27.11.2012
Für die geschundenen Bandscheiben, dürfte der Aufenthalt ein Traum werden.
2. Geld und Zeitverschwendung
mactwo 27.11.2012
Zitat von sysopAP/ NASAWie verkraftet der Körper ein Jahr in der Schwerelosigkeit? Diese Frage soll ein Experiment mit zwei Raumfahrt-Veteranen beantworten. Der Amerikaner Scott Kelly und der Russe Michail Kornijenko wollen ein Jahr im Orbit verbringen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/raumfahrt-veteranen-sollen-ein-jahr-auf-iss-leben-a-869528.html
Sollen sie doch einfach die Ergebnisse der Russen auswerten. Die haben das über Jahre gemacht
3. Noch nie so alt so lange?
MaewNam 27.11.2012
Mal wieder sehr schlampig recherchiert - Waleri Poljakow ist im April 1942 geboren und hat seinen 437-Tage Flug Januar 1994 gestartet. Mit einfacher Mathematik war er also beim Start fast 52 Jahre, älter also als Scott Kelly es sein wird. Die reisserische Aussage "Noch nie waren so alte Raumfahrer so lange im All." ist also Unfug, lediglich der russische Kollege ist älter als Poljakow es war, und das auch nicht signifikant.
4.
richardson-dutch 27.11.2012
Zitat von mactwoSollen sie doch einfach die Ergebnisse der Russen auswerten. Die haben das über Jahre gemacht
Das ist keine Geldverschwendung, im Gegenteil. Normalerweise dauert eine "Schicht" auf der ISS ein halbes Jahr. Bleiben sie ein Jahr, wird eine komplette Rückreise eingespart.
5. Raumstation
rennflosse 27.11.2012
Zitat von sysopAP/ NASAWie verkraftet der Körper ein Jahr in der Schwerelosigkeit? Diese Frage soll ein Experiment mit zwei Raumfahrt-Veteranen beantworten. Der Amerikaner Scott Kelly und der Russe Michail Kornijenko wollen ein Jahr im Orbit verbringen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/raumfahrt-veteranen-sollen-ein-jahr-auf-iss-leben-a-869528.html
Sollte man auf einer Raumstation nicht besser sowas wie Schwerkraft simulieren können? Wäre anscheinend gesünder für den menschlichen Organismus. Auf allen bekannten Film-Raumschiffen von Enterprise, Orion bis zum Sternenkreuzer liefen alle Raumfahrer aufrecht durch die Gänge. Aber das lag wahrscheinlich daran, dass man im Filmstudio keine Schwerelosigkeit erzeugen konnte.
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