Lieferung zur ISS Boot verhindert Start von Raumfrachter "Cygnus"

Da kam der Nasa ein Segelboot in die Quere: Der Start des privaten Raumfrachters "Cygnus" zur Internationalen Raumstation musste wenige Minuten vor dem Abflug gestoppt werden. Der Transporter soll über zwei Tonnen Material zur ISS bringen.

Raumfrachter "Cygnus" an Bord: Der Raketenstart wurde auf Mittwoch verschoben
AP / dpa / Nasa / Aubrey Gemignani

Raumfrachter "Cygnus" an Bord: Der Raketenstart wurde auf Mittwoch verschoben


Wegen eines Bootes in Nähe der Abschussrampe ist der Start des privaten Raumfrachters "Cygnus" zur Internationalen Raumstation ISS um einen Tag verschoben worden. Der Countdown wurde deshalb am Montagabend (Ortszeit) nur zehn Minuten vor dem Abflug gestoppt, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa auf Twitter mit.

Der Frachter soll nun am Dienstagabend vom Wallops-Weltraumbahnhof im Bundesstaat Virginia aufbrechen. Bei seiner dritten offiziellen Nachschub-Mission soll er rund 2300 Kilogramm Vorräte, Material für wissenschaftliche Experimente und Zubehör zur ISS transportieren - so viel wie bei keiner der bisherigen Missionen. Derzeit leben sechs Raumfahrer auf der ISS, darunter auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst.

Zuletzt war ein "Cygnus"-Frachter Mitte Juli von Virginia aus beladen mit rund 1500 Kilogramm Nachschub zur ISS gestartet. Damals musste der Start mehrfach verschoben werden, weil das Wetter nicht mitgespielt hatte. Schließlich verglühte "Cygnus", der von der Firma Orbital Sciences hergestellt wird, Mitte August auf seinem Rückweg zur Erde beim Eintritt in die Atmosphäre.

Sieben weitere Flüge geplant

Der aktuelle Start wird nicht der letzte eines "Cygnus"-Frachters sein: Nach dem nun für Dienstagabend geplanten Start soll es im Rahmen eines knapp zwei Milliarden Dollar (etwa 1,5 Milliarden Euro) schweren Vertrags bis 2016 mindestens sieben weitere "Cygnus"-Flüge zur ISS geben. Der Name "Cygnus" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "Schwan".

Neben den US-Privatraumschiffen von SpaceX und Orbital Sciences, die die ISS im Auftrag der Nasa beliefern, kümmern sich vor allem amerikanische und russische, manchmal auch japanische Transporter um die Versorgung der Astronauten und Kosmonauten auf dem Außenposten der Menschheit in etwa 400 Kilometern Höhe.

Am 26. Oktober war der private Raumfrachter "Dragon", den das US-Unternehmen SpaceX entwickelt hat, nach einem Besuch bei der ISS zurück auf die Erde gekehrt. Auf dem Rückweg transportierte die Raumkapsel 1,5 Tonnen Fracht, darunter die Ergebnisse von wissenschaftlichen Untersuchungen auf der ISS.

jme/dpa/AP

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