Ceres Rätselhafte Pyramide auf dem Zwergplaneten

Die Sonde "Dawn" fotografiert immer mehr mysteriöse Strukturen auf dem Zwergplaneten Ceres. Ihre neuesten Bilder zeigen einen grellen pyramidenförmigen Berg.

NASA/ JPL-Caltech/ UCLA/ MPS/ DLR/ IDA

Etwa 500 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, zwischen den Planeten Mars und Jupiter, schwebt der rätselhafte Zwergplanet Ceres. Selbst die besten Teleskope liefern nur verschwommene Bilder des dunklen Vagabunden, der noch nicht mal so dick ist wie Deutschland lang von Nord nach Süd.

Seit dem Frühjahr nähert sich die Raumsonde "Dawn" dem Zwergplaneten. Neue Details von der Oberfläche lassen Forscher rätseln. Auf Bildern der Raumsonde sind auch Einzelheiten eines etwa sechs Kilometer hohen Berges zu erkennen, der einer Pyramide ähnelt.

"Einiges, was wir sehen, haben wir außer auf der Erde so noch nirgendwo sonst im Sonnensystem entdeckt", erklärte Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Die neuen Aufnahmen zeigen Details der Pyramide mit etwa zehn bis zwölf Kilometern Durchmesser, ungewöhnlichen Hangrutschungen, instabilen Kraterwänden und Gebirgsketten. Über die Strukturen könne man derzeit nur spekulieren, erklärte Jaumann. Offen sei etwa, woher der pyramidenförmige Berg seine hellen Streifen habe.

"Einzigartig und rätselhaft"

"Dawn" fliegt nach Angaben des DLR mittlerweile nur 1470 Kilometer über Ceres. Damit ist die Raumsonde jetzt deutlich näher an dem Zwergplaneten dran als noch im vorhergehenden Beobachtungsorbit von 4400 Kilometern.

Ende Oktober soll "Dawn" dann in ihren niedrigsten Orbit fliegen und bis Ende Januar 2016 in 375 Kilometern Höhe um den Himmelskörper kreisen. Geleitet wird die Mission von der US-Weltraumbehörde Nasa.

"Viele der Oberflächenstrukturen, die wir in den vergangenen Wochen und Monaten entdeckt haben, sind einzigartig und rätselhaft", erklärte Andreas Nathues vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen.

Ceres ist der größte Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Nach Angaben der Max-Planck-Gesellschaft vermuten Forscher, dass sich unter der Oberfläche von Ceres eine Schicht aus gefrorenem Wasser erstreckt. Helle Flecken und strahlenartige Strukturen könnten diese Theorie stützen. Beispielsweise sei denkbar, dass Einschläge das unterirdische Eis stellenweise freigelegt hätten.

Max Plank Institut

Hinweis für alle mobilen Nutzer: Die Animation mit der mehr als sieben Megabyte großen gif-Datei können Sie hier herunterladen.

boj/dpa

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