Raumsonde "Dawn" Urplanet Vesta zeigt sich in voller Schärfe

Es sind faszinierende Fotos, die ein Fenster in die Frühzeit des Sonnensystems öffnen: Die Raumsonde "Dawn" hat die ersten hochauflösenden Bilder des Urplaneten Vesta zur Erde gefunkt. Forscher erhoffen sich davon neue Erkenntnisse über die Entstehung von Planeten.

NASA/ JPL-Caltech/ UCLA/ MPS/ DLR/ IDA

Nach knapp vier Jahren Reise durchs Sonnensystem ist die Sonde "Dawn" in eine Umlaufbahn um den Asteroiden Vesta eingetreten. Sie nähert sich dem Urplaneten nun weiter an - und schickt dabei erste hochauflösende Bilder von Vesta zur Erde. Da sich der Asteroid alle fünf Stunden und 20 Minuten einmal um die eigene Achse dreht, kann "Dawn" die gesamte Oberfläche des kartoffelförmigen Himmelskörpers fotografieren.

Dabei zeigt sich: Die Nordhalbkugel ist von deutlich mehr Kratern übersät als die Südhalbkugel. Die Aufnahmen scheinen zudem die bisherige Annahme zu bestätigen, dass ein gewaltiger Einschlag einst einen riesigen Krater in Vestas Südhalbkugel gerissen hat, wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau mitteilte. An Bord der Nasa-Sonde "Dawn" befindet sich ein Kamerasystem, das die Wissenschaftler in Niedersachsen entwickelt und gebaut haben. Krater gelten als Maß für das Alter der Oberfläche: Je älter ein Planet ist, desto länger war sie dem Bombardement aus dem All ausgesetzt.

Vesta befindet sich im Asteroidengürtel in einer Entfernung von etwa 184 Millionen Kilometern von der Erde. Er gilt als Protoplanet aus der frühen Phase des Sonnensystems vor etwa 4,5 Milliarden Jahren. Vestas Durchmesser liegt bei rund 530 Kilometern. Andere Protoplaneten haben sich nach und nach zu Planeten zusammengeballt oder sind durch Kollisionen mit anderen Himmelskörpern zerbrochen. Vesta steckt dagegen noch immer in der frühen Phase der Planetenentstehung.

Ältere Bilder des Asteroiden hat bereits das Weltraumteleskop "Hubble" aufgenommen. "Dawns" Kamerasystem soll nun erstmals Informationen über die mineralogische Zusammensetzung und die Beschaffenheit der Oberfläche Vestas liefern und das Erstellen topografischer Karten ermöglichen. "Die neuen Aufnahmen bieten einen ersten Vorgeschmack auf das, was uns in den kommenden Monaten erwartet", sagte Ulrich Christensen, Direktor am MPS.

Fotostrecke

9  Bilder
Urplanet: Fotos zeigen Vestas Krater
"In der Vergangenheit haben wir Vesta als den kleinsten der erdähnlichen Planeten bezeichnet", erklärte Chris Russell, wissenschaftlicher Leiter der Mission. "Die neusten Bilder bieten viele Hinweise darauf, dass diese Erwartungen berechtigt sind. Die Aufnahmen zeigen, dass eine Vielzahl von Prozessen einst die Oberfläche der Vesta geformt hat."

Bis zum 11. August soll "Dawn" sich auf rund 2700 Kilometer an Vesta annähern - und den Asteroiden dann ein Jahr lang begleiten. Anschließend soll die Raumsonde weiterfliegen und den Zwergplaneten Ceres beobachten. Dort wird sie allerdings erst - wenn alles glatt läuft - im Jahr 2015 ankommen.

wbr/dpa

insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
NeZ 02.08.2011
1. "was ist so interessant?"
Hm, und was ist so interessant an diesem Urplaneten? Das kommt im Artikel leider nicht ganz zur Geltung. (Auch auf Wikipedia nicht, macht also nichts.)
hinderschannes 02.08.2011
2. Höchstwahrscheinlich
Das Forschungsprogramm dient in erster Linie der Abschreckung. So wie auf den Bildern sieht es in Deutschland in 10 Jahren aus, wenn die CDU oder die SPD mit Grün weiterregiert.
cobalt 02.08.2011
3. Kleine Präzisierung
Zitat aus dem Artikel: „Vesta befindet sich im Asteroidengürtel in einer Entfernung von etwa 184 Millionen Kilometern von der Erde.“ Diese Formulierung ist sehr mißverständlich. Sie erweckt den Eindruck, die Entfernung zwischen beiden Himmelskörpern sei immer - in etwa - dieselbe: wie im Falle von Erde und Mond (wo der Abstand nur relativ gering schwankt). Es müßte richtigerweise heißen: „Vesta befindet sich d e r z e i t ...“ Denn Erde und Vesta bewegen sich auf unabhängigen Umlaufbahnen um die Sonne. Deshalb ändern sich die jeweiligen Entfernungen sehr stark. Befinden sich Erde, Sonne und der Asteroid auf einer Linie, kann der Abstand zwischen Erde und Vesta auf über 530 Millionen Kilometer anwachsen, beispielsweise im Juli 2020. Ist die Konstellation dagegen die Linie: Sonne – Erde – Vesta, liegt die Entfernung nur bei knapp über 170 Millionen Kilometern (Juli 2029).
Rodelkoenig 02.08.2011
4. Hier könnte Ihre Werbung stehen!
Zitat von sysopEs sind faszinierende Fotos, die ein Fenster in die Frühzeit des Sonnensystems öffnen: Die Raumsonde "Dawn" hat die ersten hochauflösenden Bilder des Urplaneten Vesta zur Erde gefunkt. Forscher erhoffen sich davon neue Erkenntnisse über die Entstehung von Planeten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,777881,00.html
Ein Asteroid sieht nicht aus wie eine Kartoffel. Wenn überhaupt, dann sieht eine Kartoffel aus wie ein Asteroid. ;-) Viele Grüße
Rodelkoenig 02.08.2011
5.
Zitat von hinderschannesDas Forschungsprogramm dient in erster Linie der Abschreckung. So wie auf den Bildern sieht es in Deutschland in 10 Jahren aus, wenn die CDU oder die SPD mit Grün weiterregiert.
Ihre Polit-Propaganda können Sie in den Themenbereichen abladen, in die sie gehört. Viele Grüße
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.