Raumsonde "Messenger": Merkur-Bild zeigt bisher nicht fotografierte Region

Erstmals umkreist eine Sonde den Planeten Merkur. "Messenger" hat nun ein Foto zur Erde gefunkt, das eine bisher unbekannte Region des Felsenplaneten zeigt. Weitere Aufnahmen sollen schon bald folgen.

Aus der Umlaufbahn aufgenommen: Merkurs Südpolregion Zur Großansicht
DPA/NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory

Aus der Umlaufbahn aufgenommen: Merkurs Südpolregion

Am Dienstag gegen 11.20 Uhr mitteleuropäischer Zeit, als "Messenger" über die Südpolregion des Merkur flog, schoss die Sonde das erste Foto aus der Umlaufbahn des Planeten. Es ist eine Premiere: das erste Foto, das jemals von einem Raumgefährt auf einer Umlaufbahn um den innersten Planeten des Sonnensystems aufgenommen wurde. Außerdem es zeigt eine Region, die bisher noch nicht fotografiert wurde. Auf dem oberen Teil des ersten Fotos ist ein Krater namens Debussy zu sehen. Der untere Bereich zeigt einen Teil von Merkur in der Nähe seines Südpols. In den folgenden sechs Stunden schoss "Messenger" den Angaben zufolge weitere 363 Fotos.

"Messenger" war am 17. März auf die Umlaufbahn um Merkur eingeschwenkt, dafür musste das Gefährt hart abbremsen. Die Sonde soll den Planeten ein Jahr lang umkreisen und erforschen. An Bord hat sie dafür sieben verschiedene Instrumente. Unter anderem sollen die Oberfläche kartografiert und topographische Daten gesammelt werden. Außerdem ist geplant, dass die Sonde Daten über atmosphärische Gase und Mineralien auf der Planetenoberfläche zur Erde schickt. Die Astronomen erhoffen sich auch weitere Erkenntnisse über das Magnetfeld des kleinen Felsenplaneten.

Ihre elliptische Umlaufbahn bringt "Messenger" zum Teil bis zu 200 Kilometer nahe an Merkur heran, zu anderen Zeitpunkten ist sie mehr als 15.000 Kilometer vom Planeten entfernt. Die rund 315 Millionen Euro teure Sonde hatte ihre Reise zum Merkur im August 2004 von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus angetreten und war auch an Erde und Venus vorbeigeflogen. Schon bei ihren Vorbeiflügen an Merkur hatte "Messenger" einen großen Teil der Oberfläche kartographiert und Bilder zur Erde geschickt. Es waren die ersten detaillierteren Informationen über Merkur, seit die Nasa-Sonde "Mariner 10" 1974 und 1975 den Planeten passiert hatte.

Merkur, der mit einem Durchmesser von 4880 Kilometern zwar größer ist als der Mond, aber bereits kleiner als der Saturnmond Titan, gilt als faszinierender Planet - etwa wegen seiner ungewöhnlich hohen Dichte und seiner starken Temperaturschwankungen von plus 430 Grad Celsius bis minus 170 Grad in den dunklen Kraterregionen.

wbr/AFP

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1. Prima
Layer_8 30.03.2011
Zitat von sysopErstmals*umkreist eine Sonde den Planeten Merkur. "Messenger" hat nun ein Foto zur Erde gefunkt, das eine bisher unbekannte Region des Felsenplaneten zeigt. Weitere Aufnahmen sollen schon bald folgen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,754019,00.html
jetzt sind sie bald alle "dran". Die Planeten meine ich. Müssen jetzt nur noch mindestens Raketen starten lassen, glaube ich. Einen Satelliten für Uranus und einen für Neptun. Beide in stationären Bahnzuständen dort. Und danach fangen wir von vorne an, wegen immer modernerer Messtechnik und Hardware. Ich erlebe das bestimmt noch. Weiter so.
2. Und?
iron_net 30.03.2011
Zitat von Layer_8Einen Satelliten für Uranus und einen für Neptun. Beide in stationären Bahnzuständen dort. Und danach fangen wir von vorne an, wegen immer modernerer Messtechnik und Hardware. Ich erlebe das bestimmt noch. Weiter so.
Ist sogar sehr wahrscheinlich. Und weiter?
3. Sieht nicht gut aus für Uranus und Neptun
Alderamin 31.03.2011
Zitat von Layer_8Einen Satelliten für Uranus und einen für Neptun. Beide in stationären Bahnzuständen dort. Und danach fangen wir von vorne an, wegen immer modernerer Messtechnik und Hardware. Ich erlebe das bestimmt noch. Weiter so.
Stationäre Bahn wäre eher unschlau, man würde immer die gleiche Seite des Planeten sehen. Interessanter wäre es, auch die Monde aus der Nähe auszukundschaften. Sieht im Moment aber nicht gut für weitere Planetenorbiter aus. Pläne für Uranus-/Neptun-Orbiter gibt's zwar http://skyweek.wordpress.com/2011/03/09/neuer-10-jahr-plan-fur-die-us-planetenforschung-grose-missionen-notfalls-zugunsten-der-vielfalt-verschieben/ aber nach letzten Meldungen http://skyweek.wordpress.com/2011/03/27/nachrichten-aus-der-raumfahrt-kompakt-27/ (NASA zu verwirrt....) darf wohl keine Mission über $1 Mrd. kosten, was dann für große Oribter (auch den Jupiter Europa Orbiter) nicht mehr reichen würde. Also, bis 2021 auf den nächsten 10-Jahres-Plan warten...
4. Lieber auf China warten...
mwinter 31.03.2011
Zitat von AlderaminStationäre Bahn wäre eher unschlau, man würde immer die gleiche Seite des Planeten sehen. Interessanter wäre es, auch die Monde aus der Nähe auszukundschaften. Sieht im Moment aber nicht gut für weitere Planetenorbiter aus. Pläne für Uranus-/Neptun-Orbiter gibt's zwar http://skyweek.wordpress.com/2011/03/09/neuer-10-jahr-plan-fur-die-us-planetenforschung-grose-missionen-notfalls-zugunsten-der-vielfalt-verschieben/ aber nach letzten Meldungen http://skyweek.wordpress.com/2011/03/27/nachrichten-aus-der-raumfahrt-kompakt-27/ (NASA zu verwirrt....) darf wohl keine Mission über $1 Mrd. kosten, was dann für große Oribter (auch den Jupiter Europa Orbiter) nicht mehr reichen würde. Also, bis 2021 auf den nächsten 10-Jahres-Plan warten...
Von den sogenannten "entwicklelten Ländern" ist in dieser und anderer Beziehung nix mehr zu erwarten - die haben Ihr Interesse an Fortschritt und Weiterentwicklung freiwillig begraben, wie man hierzulande und anderswo erleben kann.
5. Sprache und Journalismus
Daddeldi 01.04.2011
Zitat von sysopErstmals umkreist eine Sonde den Planeten Merkur. ... zum Teil bis zu 200 Kilometer nahe an Merkur heran, zu anderen Zeitpunkten ist sie mehr als 15.000 Kilometer vom Planeten entfernt
Merkwürdige Kreise scheinen das zu sein, die Messenger um den Merkur zieht. ;-)
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