Nach Startschwierigkeiten: Raumfrachter "Dragon" erreicht Raumstation

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REUTERS/ NASA TV

Raumtransporter Dragon: Er beliefert die ISS mit Materialien

Schon kurz nach dem Start meldete der private Raumfrachter "Dragon" technische Probleme. Mit einem Tag Verspätung ist er nun an der Internationalen Raumstation angedockt. Der unbemannte Transporter soll Materialien für wissenschaftliche Experimente liefern.

Hamburg/Washington - Der private Raumfrachter "Dragon" hat trotz anfänglicher technischer Probleme erfolgreich an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Am Sonntagmittag sei der unbemannte Transporter angekommen und von zwei Astronauten an Bord der ISS per Roboterarm eingefangen worden, teilten das Betreiberunternehmen SpaceX und die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.

Eigentlich hätte der unbemannte Frachter bereits am Samstag an der Raumstation andocken sollen. Nach einem erfolgreichen Start mit einer "Falcon 9"-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida meldete er am Freitag jedoch zunächst technische Probleme. Nach dem Abkoppeln von der Trägerrakete hat es Probleme mit drei der vier Antriebsdüsen von "Dragon" gegeben. Die genaue Ursache der Schwierigkeiten blieb auch am Sonntag unklar. Möglicherweise seien die Probleme durch den Sauerstoffdruckausgleich entstanden. Es handele sich nicht um ein grundlegendes Problem, sondern nur um eine "kleine Panne".

SpaceX und die US-Raumfahrtbehörde Nasa konnten den Frachter innerhalb einiger Stunden stabilisieren. Nach mehreren Sicherheitstests gab die Nasa den Transporter dann zum Andocken frei. Zum Zeitpunkt des Andockmanövers sei die ISS in rund 380 Kilometer Höhe über der Ukraine geflogen. Das Manöver wurde vom derzeitigen ISS-Kommandanten Kevin Ford und seinem Kollegen Tom Marshburn ausgeführt. Anschließend sollte "Dragon" mit Kameras von außen aufmerksam geprüft und schließlich zum Andockpunkt manövriert werden.

Der Transporter bringt der ISS-Besatzung - zwei US-Astronauten, drei Russen und ein Kanadier - 544 Kilogramm Material, darunter Lebensmittel und wissenschaftliche Ausrüstung. Er soll 22 Tage an der ISS bleiben, bevor er am 25. März zur Erde zurückkehren und im Pazifik vor Mexiko landen soll. Dabei soll er eine Tonne Material, darunter die Ergebnisse medizinischer Experimente, von der ISS mitbringen.

Das Unternehmen SpaceX stellt den Frachter gegen Geld zur Verfügung. Insgesamt sind mindestens zwölf Flüge geplant, der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von rund 1,2 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte der erste private Raumtransporter der Geschichte zunächst einen erfolgreichen Testflug und dann auch seinen ersten Versorgungsflug zur ISS absolviert.

SpaceX gehört dem Milliardär Elon Musk, dem Mitbegründer des Internet-Bezahlsystems Paypal. In drei oder vier Jahren will SpaceX auch bemannte Missionen ins Weltall starten. Ein entsprechender Kooperationsvertrag mit der NASA wurde bereits abgeschlossen.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung des Artikels hieß es, dass der Raumfrachter "Dragon" die einzige Möglichkeit sei, die ISS mit Materialien zu beliefern. Das ist nicht zutreffend. Wir haben den Satz entfernt und bitten den Fehler zu entschuldigen.

jme/dpa

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