Rekordfund Forscher entdecken bisher älteste Sternenleichen

Es ist ein neuer Rekord: Forscher haben Sternenexplosionen aus der Frühzeit des Universums entdeckt. Die Supernovae sind fast elf Milliarden Jahre alt - und stammen damit aus der Frühzeit des Universums.


Supernovae gehören zum spektakulärsten, was das All zu bieten hat - und sind zugleich der Lebensspender für alle heute existierenden Sterne, Galaxien, Planeten und auch Menschen. Denn erst durch die Kernfusion im Innern der Sterne entstehen Elemente wie Eisen, Kohlenstoff, Sauerstoff und Silizium. Sie werden in die Tiefen des Alls geschleudert, wenn ein Stern seinen Brennstoff aufgebraucht hat, zusammenbricht und in einer Supernova stirbt. Im Laufe von Jahrmillionen sammelt sich diese Materie erneut, um Sterne und Planeten zu formen.

Jetzt haben Astronomen die bislang ältesten und am weitesten entfernten Explosionen zweier Sterne entdeckt. Die Giganten, die rund 50- bis 100-mal mehr Masse besaßen als unsere Sonne, hauchten vor fast elf Milliarden Jahren ihr Leben aus. Auf die Spur gekommen waren die Forscher den Supernovae beim Durchsuchen von Archivbildern der Jahre 2003 bis 2006. Die Bestätigung lieferte dann das moderne Keck-Teleskop auf Hawaii, das die immer noch sichtbaren Überreste dieser Explosionen aufspürte, wie Jeff Cooke von der University of California in Irvine und seine Kollegen im Wissenschaftsmagazin "Nature" schreiben. Die bislang älteste bekannte Supernova lag sechs Milliarden Jahre zurück.

Normalerweise suchen Astronomen nach Supernovae, indem sie Bilder desselben Himmelsabschnitts von verschiedenen Zeitpunkten miteinander vergleichen. Cooke und seine Kollegen haben diese Methode ausgebaut, indem sie zahlreiche Bilder aus der Vergangenheit mit neuen abgeglichen haben, die im Laufe eines Jahres entstanden waren. "Wenn man all diese Bilder übereinander stapelt, kann man tiefer sehen und auch lichtschwache Objekte erkennen", erklärte Cooke. "Es ist wie ein Foto mit langer Belichtungszeit."

Cooke zeigte sich zuversichtlich, dass es mit dieser Technik gelingt, die ersten Explosionen von Sternen in unserem Universum überhaupt aufzuspüren. "Das Universum ist rund 13,7 Milliarden Jahre alt", so Cooke. "Wir sehen also einige der ersten Sterne, die entstanden sind." Auch werde man besser verstehen, wie Galaxien entstehen und wie sie sich im Laufe der Zeit verändern, wie die Universität von Kalifornien in Irvine mitteilte.

mbe/AP/AFP



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