Reparatur gestrichen Hubble-Teleskop vor dem Aus

Das Hubble-Weltraumteleskop steht offenbar vor dem Ende. Trotz heftiger Proteste von Wissenschaftlern hat die US-Regierung Medienberichten zufolge beschlossen, die Mittel für eine Reparatur zu streichen.


Hubble-Teleskop: US-Regierung plant Streichung der Reparatur-Gelder
NASA

Hubble-Teleskop: US-Regierung plant Streichung der Reparatur-Gelder

Seit Monaten herrscht Unsicherheit über die Zukunft des Hubble-Teleskops, das mit seinen gestochen scharfen Bildern aus dem All nicht nur der Wissenschaft wertvolle Daten geliefert, sondern auch die Öffentlichkeit fasziniert hat. Allerdings benötigt das Weltraum-Observatorium dringend eine Reparatur, um weiter funktionieren zu können.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte nach langwierigen Diskussionen eine Robotermission geplant, weil eine Instandsetzung durch die Besatzung eines Space Shuttles seit dem Absturz der Raumfähre "Columbia" im Februar 2003 als zu gefährlich galt.

Jetzt aber hat die US-Regierung die von der Nasa geplante Roboter-Reparatur aus dem Etat für das Haushaltsjahr 2006 gestrichen, weil die Kosten eine Milliarde Dollar (rund 770 Millionen Euro) übersteigen würden, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf anonyme Quellen.

Die Entscheidung sei ungeachtet der Tatsache gefallen, dass die Regierung vom US-Kongress eine Erhöhung des Nasa-Budgets um 4,6 Prozent auf 17 Milliarden Dollar beantragen werde. Mit dem Geld sollen dem Bericht zufolge die Prioritäten der Nasa zugunsten der Weltraum-Visionen von George W. Bush verschoben werden. Der US-Präsident will unter anderem eine bemannte Station auf dem Mond errichten und Astronauten zum Mars fliegen lassen.

Der Online-Nachrichtendienst "Space.com" berichtet zudem, die Nasa habe Gelder für die Entwicklung eines Roboters vorgesehen, der das Hubble-Teleskop auf sicherem Kurs ins Meer stürzen lassen soll. Nach Schätzungen von Experten werden die Geräte zur Stabilisierung von "Hubble", die so genannten Gyroskope, spätestens 2007 ihren Dienst versagen. Ein Nasa-Sprecher bezeichnete den Bericht als Spekulation. Genaueres lasse sich erst nach Vorlage des Haushaltsentwurfs im Kongress am 7. Februar sagen.

Die Entscheidung der US-Regierung, die ohnehin im Dauerclinch mit Wissenschaftlern liegt, wird wahrscheinlich erneut zu scharfen Protesten von Fachleuten führen. Als der scheidende Nasa-Direktor Sean O'Keefe vor rund einem Jahr das Ende von "Hubble" ankündigte, führte der heftige Widerstand von Wissenschaftlern und Abgeordneten zu dem Versprechen einer Roboter-Reparaturmission. So sollte das Teleskop bis zum Start eines Nachfolgers im Jahr 2011 erhalten bleiben.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.