1998 QE2: Riesiger Asteroid mit Mond fliegt an Erde vorbei

REUTERS/ NASA/ JPL-Caltech/ GSSR

Dieser Himmelsbrocken ist ein Gigant: Der Asteroid 1998 QE2 mit seinen fast drei Kilometern Durchmesser ist an der Erde vorbeigerauscht. Astronomen hatten kurz zuvor einen bislang unbekannten Mond des Asteroiden entdeckt - allein dieser misst 600 Meter.

Cape Canaveral - 2,7 Kilometer - so viel misst der riesige Asteroid 1998 QE2 im Durchmesser, der am Freitagabend an der Erde vorbeigeflogen ist. Zum Vergleich: Gerade einmal knapp 50 Meter im Durchschnitt misst 2012 DA14, der im Februar die Erde passierte. Und der Meteorit, der kurz zuvor in Russland eingeschlagen war und 1200 Verletzte verursachte, wird auf lediglich 15 Meter im Durchmesser geschätzt.

Alllerdings bestand diesmal keinerlei Gefahr einer Kollision. 1998 QE2 näherte sich der US-Weltraumbehörde Nasa zufolge nur bis auf eine Entfernung von 5,8 Millionen Kilometern - etwa das 15fache der Entfernung zwischen Erde und Mond. Laut Nasa erreichte der Asteroid um 22.59 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit seine größte Annäherung an die Erde. In den nächsten zwei Jahrhunderten wird er ihr demnach nicht mehr so nahe kommen.

Mond überraschte die Astronomen

Der Vorbeiflug stellte ein Spektakel für Astronomen dar, sie verfolgten ihn mit großer Aufmerksamkeit. Dazu trug auch eine Entdeckung der Wissenschaftler des Radioteleskops Goldstone in Kalifornien bei. Am Donnerstag teilten sie mit, dass der Asteroid offenbar auch einen eigenen Mond mit einem Durchmesser von 600 Metern habe. Das war bislang nicht bekannt. Auf den von der Nasa zur Verfügung gestellten Aufnahmen des Asteroiden ist der Mond tatsächlich deutlich zu erkennen.

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Asteroid 1998 QE2: Gigant mit Begleiter

Zudem hoffen die Goldstone-Astronomen sowie die Forscher am Teleskop von Arecibo in Puerto Rico darauf, hochauflösende Aufnahmen des Asteroiden machen zu können, um mehr über seine Oberfläche zu erfahren. Die Erkenntnisse über seine Größe, seine Form, seine Rotation und seine Oberflächenbeschaffenheit ließen Rückschlüsse auf seine Herkunft zu.

1998 QE2 war im Jahr 1998 entdeckt worden. Die Astronomen der Nasa haben bereits mehr als 98 Prozent der Asteroiden mit mehr als einem Kilometer Durchmesser im Umfeld der Erde kategorisiert. Insgesamt sind 9500 Asteroiden aller Größen in der Nähe der Erde erfasst. Dies entspricht vermutlich etwa einem Zehntel aller Asteroiden.

fdi/AFP

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1.
herr wal 01.06.2013
Zitat von sysopREUTERS/ NASA/ JPL-Caltech/ GSSRDieser Himmelsbrocken ist ein Gigant: Mit fast drei Kilometern Durchmesser ist der Asteroid 1998 QE2 an der Erde vorbeigerauscht. Astronomen hatten kurz zuvor einen bislang unbekannten Mond des Asteroiden entdeckt - allein dieser misst 600 Meter. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/riesiger-asteroid-1998-qe2-mit-mond-fliegt-an-erde-vorbei-a-903186.html
Ein Asteroid, der seinen eigenen Mond dabei hat, gehört zweifellos zur Elite. Insofern sollten wir ihm unseren Respekt erweisen, auch wenn er jetzt schon wieder weg ist. (Ordinäre Artgenossen, die dick und fett sein mögen, aber allein unterwegs sind, brauchen das natürlich nicht, und erwarten es auch nicht.)
2. Gott spielt Billard
pförtner 01.06.2013
Irgend wann trifft auch mal so ein riesiges Geschoß erneut die Erde und dann stibt der Zweibeinige Dino, Homo Sapiens aus . Denn wer Überleben will, muss in längeren Zeiträumen denken und handeln, als nur in Einhundert Jahresabschnitten. Wir aber, sind nicht mal in der Lage, den Dreck den wir selbst gemacht haben , zu beseitigen. Nicht war Herr Almayer !? Gott würfelt nicht! Richtig, er spielt Billard!! v.Pförtner
3. Hilflos wie ein Baby
founder 01.06.2013
Zitat von pförtnerIrgend wann trifft auch mal so ein riesiges Geschoß erneut die Erde und dann stibt der Zweibeinige Dino, Homo Sapiens aus . Denn wer Überleben will, muss in längeren Zeiträumen denken und handeln, als nur in Einhundert Jahresabschnitten. Wir aber, sind nicht mal in der Lage, den Dreck den wir selbst gemacht haben , zu beseitigen. Nicht war Herr Almayer !? Gott würfelt nicht! Richtig, er spielt Billard!! v.Pförtner
Ist es nicht erbärmlich eine Zivilisation hilflos wie ein Baby zu sein? Die Menschheit ist auf einem Zivilisationssrpung von Level 0 - hilflos wie ein Baby zu einer Level 1 - kann mit den gewöhnlichen Problemen umgehen Zu den gewöhnlichen Problemen, die eine Level 1 Zivilisation meistert gehört die Planetensanierung, weil beim Zivilisationssprung meist eine große Sauerei angerichtet wird. Aber natürlich auch Meteoriten umleiten die gefärlich sind.
4. Billard ...
copernicus 01.06.2013
... da braucht`s nicht mal einen Gott dazu ... allein die kosmischen Zeiträume reichen aus das irgendwann wieder mal so ein Kracher bei uns landet. Es nicht die Frage ob es passiert sondern nur wann. Und die Menschheit kümmert sich einen feuchten Kehricht darum ... dabei wäre es mit den richtigen Programmen durchaus möglich einen solchen Einschlag zu verhindern. Aber wir sind halt noch nicht so weit in langen Zeiträumen zu denken, die primitive Gier nach mehr Wohlstand steht uns noch im Weg. Es bleibt zu hoffen das wir diese und andere "Instinkte" mal überwinden, dann hat Homo Sapiens Sapiens eine Überlebenschance, ansonsten siehst nicht nur wegen Asteroiden, die im Moment unser kleinstes Übel sind, schwarz aus ...
5. Möndchen
Kalle Bond 01.06.2013
Es handelt sich um ein "Möndchen". Warum bewegt sich der Mond nicht? Sollte er nicht um den Asteroiden kreisen? Irgendwie befindet sich das M immer an der gleichen Stelle. Und wie steht es mit dem Größenverhältnis (Asteroid 2.7 km / M 0.6 km). Das M sieht viel kleiner aus?
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