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12. November 2014, 15:31 Uhr

"Rosetta"-Mission

Hier singt Tschuri

Wie klingt ein Komet? Die Raumsonde "Rosetta" hat zufällig Klicklaute in der Nähe des Kometen Tschuri aufgenommen. Was die Geräusche auslöst, verrät der Gesteinsbrocken allerdings nicht.

Entfernt erinnert das Rattern an die Klicklaute von Delfinen. Doch weit gefehlt: Forscher haben entdeckt, dass der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (kurz Tschuri) mysteriöse Geräusche von sich gibt.

Öffentlich gemacht hat die Gesangseinlage des Kometen ein Zusammenschluss aus fünf Instrumenten an Bord der Raumsonde "Rosetta", die eigentlich die Umgebung von Tschuri erkunden sollten - etwa Interaktionen des Kometen mit Sonnenwinden oder Veränderungen in seiner Atmosphäre. Dass "Rosetta" auch Gesang einfangen würde, hat die Forscher überrascht.

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"Es ist aufregend, denn es ist völlig neu für uns", sagt Karl-Heinz Glaßmeier von der Technische Universität Braunschweig, der die Geräte an Bord von "Rosetta" mit betreut. "Wir versuchen immer noch zu verstehen, wie das Geräusch entsteht."

Unhörbares hörbar gemacht

Eine erste Theorie gibt es schon: Demnach kommt das Klicken durch Schwingungen im Magnetfeld um den Kometen zustande. Die Forscher glauben, dass ungeladene Partikel, die der Komet ins All spuckt, und die dort elektrisch aufgeladen werden, hinter dem Mysterium stecken. Der genaue physikalische Mechanismus sei jedoch unklar, teilte die Esa mit.

Im Original bewegen sich die Schwingungen im Magnetfeld mit einer Frequenz von 40 bis 50 Millihertz. Damit liegen sie weit unterhalb des für den Menschen hörbaren Bereichs von 20 bis 20.000 Hertz. Also haben die Forscher die Frequenzen von Tschuris Gesang um das etwa 10.000-fache erhöht.

Erstmals aufgefallen war das Klicken im August, als "Rosetta" auf 100 Kilometer an ihren Zielkometen heranflog. Auf ihrer zehnjährigen Reise hat die Sonde das Minilabor "Philae" zu dem Kometen transportiert. Am Mittwoch soll "Philae" auf Tschuri landen - wenn trotz zahlreicher Unsicherheiten alles gut geht, wäre es die erste Landung eines Forschungsroboters auf einem Kometen.

jme

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