Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

"Rosetta"-Mission: Hier singt Tschuri

Tschuri: Der singende Komet Zur Großansicht
ESA/ Rosetta/ NavCam

Tschuri: Der singende Komet

Wie klingt ein Komet? Die Raumsonde "Rosetta" hat zufällig Klicklaute in der Nähe des Kometen Tschuri aufgenommen. Was die Geräusche auslöst, verrät der Gesteinsbrocken allerdings nicht.

Entfernt erinnert das Rattern an die Klicklaute von Delfinen. Doch weit gefehlt: Forscher haben entdeckt, dass der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (kurz Tschuri) mysteriöse Geräusche von sich gibt.

Öffentlich gemacht hat die Gesangseinlage des Kometen ein Zusammenschluss aus fünf Instrumenten an Bord der Raumsonde "Rosetta", die eigentlich die Umgebung von Tschuri erkunden sollten - etwa Interaktionen des Kometen mit Sonnenwinden oder Veränderungen in seiner Atmosphäre. Dass "Rosetta" auch Gesang einfangen würde, hat die Forscher überrascht.

Soundfile bitte in einen anderen Browser als dem Internet Explorer öffnen.

Quelle: ESA

"Es ist aufregend, denn es ist völlig neu für uns", sagt Karl-Heinz Glaßmeier von der Technische Universität Braunschweig, der die Geräte an Bord von "Rosetta" mit betreut. "Wir versuchen immer noch zu verstehen, wie das Geräusch entsteht."

Unhörbares hörbar gemacht

Eine erste Theorie gibt es schon: Demnach kommt das Klicken durch Schwingungen im Magnetfeld um den Kometen zustande. Die Forscher glauben, dass ungeladene Partikel, die der Komet ins All spuckt, und die dort elektrisch aufgeladen werden, hinter dem Mysterium stecken. Der genaue physikalische Mechanismus sei jedoch unklar, teilte die Esa mit.

Im Original bewegen sich die Schwingungen im Magnetfeld mit einer Frequenz von 40 bis 50 Millihertz. Damit liegen sie weit unterhalb des für den Menschen hörbaren Bereichs von 20 bis 20.000 Hertz. Also haben die Forscher die Frequenzen von Tschuris Gesang um das etwa 10.000-fache erhöht.

Erstmals aufgefallen war das Klicken im August, als "Rosetta" auf 100 Kilometer an ihren Zielkometen heranflog. Auf ihrer zehnjährigen Reise hat die Sonde das Minilabor "Philae" zu dem Kometen transportiert. Am Mittwoch soll "Philae" auf Tschuri landen - wenn trotz zahlreicher Unsicherheiten alles gut geht, wäre es die erste Landung eines Forschungsroboters auf einem Kometen.

Fotostrecke

19  Bilder
Sonde "Philae": Zittern vor dem Landemanöver

jme

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ergibt keinen Sinn...
Emmi 12.11.2014
"Im Original bewegen sich die Schwingungen im Magnetfeld mit einer Frequenz von 40 bis 50 Hertz. Damit liegen sie weit unterhalb des für den Menschen hörbaren Bereichs von 20 bis 20.000 Hertz. Also haben die Forscher die Frequenzen von Tschuris Gesang um das etwa 10.000-fache erhöht." Das wären dann 400.000 bis 500.000 Hertz. Das hört KEIN Mensch. Mit einem Radio mit Lang- bzw. Mittelwellenempfänger könnte man es aber empfangen...
2. Geräusche?
Thorsten_Barcelona 12.11.2014
Geräusche werden durch Schall übertragen, Dichteschwankungen in einem Medium wie Luft, und sollten daher im Vakuum des Alls nicht hörbar sein. Der Verweis auf Schwingungen im Magnetfeld deutet daraufhin, dass es sich um elektromagnetische Schwingungen handelt, zu denen auch Licht gehört, und das mit Geräusch ist einfach eine Analogie.
3. -
Hagenruck 12.11.2014
Sind das jetzt elektromagnetische oder akustische Wellen? Letzteres kann ich mir nicht vorstellen, da akustische Wellen ja ein Übetragungsmedium benötigen. Wenn es sich aber um elektromagnetische Wellen handelt ist es falsch von "Geräuschen" zu sprechen. Elektromagnetische Wellen kann man nichtmal theoretisch hören.
4.
Zitrone! 12.11.2014
Oh, bitte - so ein Artikel ist ja ganz nett, aber warum so irreführend? Zunächst ist das kein Geräusch oder Gesang im üblichen Sinn, es handelt sich nämlich nicht um akustische Schwingungen, schon gar nicht um solche in Luft - letztere gibt's da nämlich nicht. Es handelt sich um Schwingungen des Magnetfelds um den Kometen, und insoweit ist das auch keine Theorie, sondern schlicht das, was gemessen wurde: Mit einem Gerät, das Magnetfelder misst. Woher diese Schwingungen kommen, darüber wird allerdings noch spekuliert. Diese Schwingungen kann man aufzeichnen und als akustische Schwingung wieder abspielen, wie das jeder Lautsprecher macht. Nur sind in diesem Fall, wie im Artikel ganz richtig geschrieben, die Frequenzen viel zu niedrig (die Schwingungen zu langsam), um für uns hörbar zu sein. Also spielt man sie einfach beschleunigt ab, hier mit dem Faktor 10000. Die angegebenen Frequenzen von 40 - 50 mHz bedeuten, dass eine einzige Schwingung 20 - 25 Sekunden dauert - dies nur, um die Anschauung ein wenig zurechtzurücken. Interessant finde ich diese deutliche Grundfrequenz, dies ratternde Geräusch, wie ein Trommelwirbel. Wenn ich mal schätze, dass das 4 oder 5 Hz sind, entspräche das einer Schwingungsdauer (unbeschleunigt) von 30 - 40 Minuten. Vielleicht die Eigenrotation den Kometen?
5. ich verstehe nur Bahnhof
cosy-ch 12.11.2014
ich glaubte bis heute, um Schall wahrzunehmen braucht es einen Träger. Z.b. Luft ..oder Metall.. folglich dürfte es sich hier um eigene Schwingungen handeln (z.b. Servomotoren ) und nicht um Geräusche vom Kometen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Weckruf aus dem Tiefschlaf

Fotostrecke
Spektakuläre Bilder: Schnappschüsse des Sonnensystems


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: