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Roter Zwerg: Alien-Stern kam Sonne erstaunlich nahe

Roter Zwerg mit Begleiter (Zeichnung): Abstand von 0,8 Lichtjahren Zur Großansicht
University of Rochester

Roter Zwerg mit Begleiter (Zeichnung): Abstand von 0,8 Lichtjahren

Vor 70.000 Jahren ist ein Roter Zwerg rekordverdächtig nah an unserem Sonnensystem vorbeigeflogen - das haben Forscher nun herausgefunden. Damals lebten bereits Menschen.

Für Astronomen ist es die bislang engste Begegnung: Mit einer Entfernung von 0,8 Lichtjahren ist vor 70.000 Jahren ein sogenannter Roter Zwerg an unserem Sonnensystem vorbeigeflogen. Man kenne keinen anderen Stern, der dem Sonnensystem je näher gekommen sei, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Astronomical Journal Letters".

Der nach seinem Entdecker benannte Scholz-Stern sei dem Sonnensystem fünfmal näher gekommen als der bislang dichteste Stern mit dem Namen Proxima Centauri. Proxima Centauri ist 4,2 Lichtjahre von der Erde entfernt. Als Rote Zwerge werden kleine Sterne bezeichnet, in deren Innerem durch Kernfusion Wasserstoff in Helium umgewandelt wird. Der Scholz-Stern hat etwa acht Prozent der Masse unserer Sonne.

Mithilfe von Spektrografen haben die Wissenschaftler um Eric Mamajek von der University of Rochester die Flugbahn des Roten Zwergs rekonstruiert. Dabei ergab sich, dass er womöglich die Oortsche Wolke durchquerte, eine Ansammlung von Kometen am äußeren Rand des Sonnensystems.

Der Abstand von minimal 0,8 Lichtjahren entspricht 8000 Milliarden Kilometern und ist damit 52.000-mal so groß wie die Distanz zwischen Erde und Sonne. Für irdische Verhältnisse ist das natürlich gigantisch - aus astronomischer Sicht jedoch eher mickrig. Allein unsere Milchstraße, die Galaxie, in der sich Sonnensystem und Erde befinden, hat einen Durchmesser von mehr als 100.000 Lichtjahren.

Licht zu schwach

Aktuell sei der Himmelskörper 20 Lichtjahre von der Erde entfernt, erklärte Mamajek, er entferne sich also. Der Scholz-Stern ist übrigens nicht allein. Er hat noch einen Begleiter, einen sogenannten Braunen Zwerg. Dieser sei kleiner und habe sechs Prozent der Sonnenmasse. Solche einander umkreisende Doppelsternsysteme beobachten Astronomen immer wieder.

Ein spektakuläres Schauspiel bot der Rote Zwerg den damaligen Bewohnern der Erde allerdings nicht. Sein Licht sei zu schwach, erklären die Forscher. Selbst in einem Abstand von 0,8 Lichtjahren habe man ihn mit bloßem Auge am Nachthimmel nicht ausmachen können. Dafür hätte er 50-mal heller leuchten müssen.

jme/AFP

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insgesamt 46 Beiträge
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1.
Layer_8 19.02.2015
Dann waren die beiden wohl wirklich in der Oortschen Wolke. Kann vielleicht sein, dass deswegen jetzt noch ein paar Kometen zu uns unterwegs sind, und ein paar andere jetzt fehlen.
2. _überschrift_
nordwand47 19.02.2015
kommt dem Niveau der Bildillustrierten sehr nahe. trotzdem danke für die kostenlose Berichterstattung.
3. Also in der Sonne
chrissie 19.02.2015
fusioniert auch Wasserstoff zu Helium, das ist gewissermaßen der klassische Verbrennungsvorgang in Sternen und nicht spezifisch für Rote Zwerge, wenn auch das Ganze etwas anders abläuft. @ bembelsche: dann gehn Sie doch wieder bei die Funkenmariechen und verpassen sich ne Dröhnung
4. Ein ..
Fürstenwalder 19.02.2015
.. wenig Allgemeinwissen kann nicht schaden. Es sei denn, es reicht Ihnen zu wissen, welche Knöpfe Sie an Ihrem Telefon drücken müssen, um telefonieren zu können. ;-)
5.
ingofischer 19.02.2015
Die Entfernung von 8 Bio km hätte ich auch so ca. auf dem Artikelbild abgeschätzt. Und wenn man ganz genau hinschaut kann man auch die Aliens auf dem roten Zwerg sehen. Schade dass in dem Artikel nicht mehr über die Begegnung von diesen Aliens und den Urmenschen steht - sie waren sich doch so nah.
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