Raumfahrt-Panne: Russischer Satellit ist in den Pazifik gestürzt
Seine Mission war auf 15 Jahre ausgelegt - doch nach nur einem halben Jahr hat Russland den Nachrichtensatelliten "Express AM-4" im Pazifik versenkt. Wegen einer Panne hatte das Gerät nicht die richtige Umlaufbahn erreicht. Ein anderer Satellitenstart verlief dagegen reibungslos.
Sieben Monate nach dem Fehlstart des russischen Nachrichtensatelliten "Express AM-4" ist der Flugkörper nördlich der US-Insel Hawaii in den Pazifik gestürzt. Das mit europäischer Hilfe konstruierte Gerät war kurz nach dem Start im August 2011 auf eine falsche Umlaufbahn geraten.
Der mehr als fünf Tonnen schwere Satellit sei nicht beschädigt gewesen, sagte ein Sprecher der Raumfahrtbehörde Roskosmos nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Es habe jedoch keine Aussicht mehr auf eine Rettung gegeben. Deshalb hätten sich Experten für einen kontrollierten Absturz entschieden.
Die Panne gilt als herber Rückschlag für die Pläne zur Modernisierung des russischen Weltraumprogramms, selbst Regierungschef Wladimir Putin hatte sich beunruhigt gezeigt. "Express AM-4" sollte mit zehn Antennen 15 Jahre lang fast das gesamte Gebiet der ehemaligen Sowjetunion abdecken.
Erfolgreich verlief am Sonntag dagegen ein Satellitenstart vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan: Eine "Proton-M"-Trägerrakete hat "Intelsat-22" ins All geschossen, wie Roskosmos mitteilte. Der 6,2 Tonnen schwere Nachrichtensatellit der Intelsat General Corporation mit Sitz in Luxemburg soll in den nächsten 18 Jahren Telefon-, TV- und Internetkunden in Afrika, Südostasien und dem Nahen Osten versorgen. Zudem hat er eine spezielle Apparatur für das australische Militär an Bord.
wbr/dpa/dapd
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