Tief unter Sizilien brodelt es - weil Afrika und Europa kollidieren. So verwundert es kaum, dass der Ätna, Europas größter aktiver Vulkan, kaum Phasen der Ruhe kennt: Immer wieder schleudert der mehr als 3300 Meter hohe Berg Gas, Asche und Lava aus seinen Kratern. Nach zehn Monaten der Zurückhaltung des Berges berichtete das italienische Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia in der vergangenen Woche von gleich drei aufeinanderfolgenden Ausbrüchen.
Dieses Falschfarbenbild des Nasa-Satelliten "Eo-1" zeigt eindrücklich, wie frische Lava nach der ersten dieser Episoden an den Flanken des Berges herunter läuft. Für die Aufnahme wurden kurzwelliges Infrarot, nahes Infrarot und der Grünanteil des sichtbaren Lichts kombiniert. So lassen sich die frische Lava, Schnee, Wolken und Vegetation am besten unterscheiden.
Die im Bild knallrot erscheinende Lava ist besonders heiß - und ist daher im Bereich des kurzwelligen Infrarot gut zu sehen. Im nahen Infrarot und im grünen Licht erscheint sie dagegen nicht. Der Schnee erscheint blaugrün, weil er nahes Infrarot und Grün reflektiert - und kurzwelliges Infrarot absorbiert. Die Wassertröpfchen wiederum reflektieren alle drei Wellenlängenbereiche - und erscheinen weiß.
Neben dem Satelliten konnte auch die Astronauten Kevin Ford und Chris Hadfield den Ausbruch von der Internationalen Raumstation beobachten und fotografieren. Hadfields Twitter-Account ist in den vergangenen Wochen und Monaten zu einer guten Anlaufstelle für Fans aktueller Bilder aus dem All geworden.
Zu größeren Problemen kam es durch die Eruptionen nicht. Die Lava ergoss sich fernab der nächsten Ortschaften. Auch der nahe Flughafen Catania an Siziliens Nordostküste musste nicht wegen der Aschewolken geschlossen werden. Dennoch war der Ausbruch mehr als ein kleines Geplänkel: Zum Teil bis zu 800 Meter hoch schossen Lavafontänen am vergangenen Wochenende am Ätna in den Himmel.
chs
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