Satellitenbild der Woche: Rillen im Meer

Ozean vor der Karibikinsel Trinidad: Weiße Tupfer, grüne Strömung Zur Großansicht
NASA

Ozean vor der Karibikinsel Trinidad: Weiße Tupfer, grüne Strömung

Wolken verharren über einer Insel, grüne Strömung gefährdet Seefahrer, der Ozean wirft kuriose Rillen: Astronauten der Raumstation ISS bietet sich ein erstaunlicher Blick auf die Karibik. Die zu sehenden Phänomene verraten, was in der Tiefe vor sich geht.

Hamburg - Was auf den ersten Blick aussehen mag wie ein unspektakuläres Panorama, zeigt in Wirklichkeit drei beeindruckende Naturereignisse. Das Foto von der Internationalen Raumstation ISS vom 18. Januar, das die Nasa nun veröffentlicht hat, lenkt den Blick auf den Ozean vor der Karibikinsel Trinidad - und damit auf selten sichtbare Phänome.

Das Meer ist in Wallung. Zu sehen sind aber keine gewöhnlichen Wellen, sie wären gleichmäßig über das Wasser verteilt. Vielmehr verraten die Rillen an der Meeresoberfläche das Geschehen in der Tiefe: Dort treibt eine Strömung aus Osten gegen den Kontinentalhang, den felsigen Vorbau des Festlands. Die Strömung muss sich den Hang hinaufzwängen, sie wird gestaucht - das Wasser gerät in Schwingung. Sogenannte interne Wellen schaukeln sich bis an die Wasseroberfläche hoch, wo sie als konkaves Bogenmuster sichtbar werden.

Warnung an Seefahrer

Die Tiefenströmung macht sich noch auf andere Weise bemerkbar: Sie spült in hellgrünen Fahnen Sand heran. Es sind die Spuren der gefürchteten Guyana-Strömung, eines breiten Flusses im Atlantik. Er bringt Wasser von Afrika entlang des Äquators nach Westen. Vor Südamerika beschleunigt die Strömung, sie franst aus, so dass zahlreiche Wirbel kreisen. Kapitäne kleinerer Schiffe werden vor der Guyana-Strömung gewarnt.

Auch die Insel bietet eine Besonderheit: Über Trinidad sammeln sich Tausende weiße Bäusche, sie wirken wie Schneegipfel mitten in der Karibik. Tatsächlich aber schweben kleine Kumuluswolken über Trinidad - sie verharren über der Insel, als ob sie angebunden wären.

Ursprung der weißen Tupfer ist die Insel selbst: Sonnenstrahlung wärmt sie, die laue Luft steigt auf. In der Höhe kühlt sie ab, enthaltener Wasserdampf kondensiert zu Wolken - sie spenden Schatten in der gleißenden Äquatorsonne des karibischen Januars.

boj

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