Satellitenbild der Woche 30.000 Mal um die Erde

"Envisat" ist das Flaggschiff unter den europäischen Umweltsatelliten. Jetzt hat das Himmelsauge die Erde zum 30.000. Mal umrundet - und dabei ein faszinierendes Foto von Neuseeland geschossen.


Mit einem Gewicht von 7,9 Tonnen ist "Envisat" der Koloss unter den Umweltsatelliten. Mit seinen neun Instrumenten kann er die Erde per Laser, Radar und optischen Kameras verfolgen - und hat Wissenschaftlern bereits zahlreiche neue Erkenntnisse verschafft. Seit er am 28. Februar 2002 ins All geschossen wurde, hat er nach Angaben der europäischen Weltraumbehörde Esa mehr als 1,3 Milliarden Kilometer zurückgelegt - was in etwa einer Reise zum Jupiter und zurück entspricht. Bis heute liefert "Envisat" täglich rund 280 Gigabyte an Daten.

Neuseeland: Ein Foto von der 30.000. Erdumrundung des Satelliten "Envisat"
ESA

Neuseeland: Ein Foto von der 30.000. Erdumrundung des Satelliten "Envisat"

Anfang der Woche hat das Flaggschiff der Esa die Erde zum 30.000. Mal umkreist. Natürlich handelte es sich auch dabei nicht um eine reine Ehrenrunde: Der Satellit hat unter anderem die Nord- und Südinsel Neuseelands abgelichtet.

Neuseeland liegt am südwestlichen Ende des "Ring of Fire", einer 40.000 Kilometer langen Linie aus Vulkanen und Verwerfungslinien, die im Pazifik die Grenze zwischen der Pazifischen und Australischen Erdplatte markiert. Vulkanausbrüche haben in Neuseeland mehr Menschen getötet als jede andere Naturgewalt. Satelliten-Radarsysteme wie etwa das an Bord von "Envisat" erlauben Wissenschaftlern, kleine Veränderungen an der Erdoberfläche zu registrieren und so auf bevorstehende Vulkanausbrüche zu schließen.

Ursprünglich sollte "Envisat", laut Esa bis heute der größte und komplexeste jemals gestartete Umweltsatellit, schon in diesem Jahr außer Dienst gestellt werden. Da er aber noch immer hervorragende Arbeit leiste, habe man die Finanzierung der Mission bis 2010 verlängert.

mbe



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