Satellitenbild der Woche: Like Ice in the Sunshine

Was macht die Sonne des sibirischen Sommers mit den Eisschollen auf einem arktischen Fluss? Die Antwort scheint einfach - und doch verblüfft beim Blick aus dem All die Geschwindigkeit, mit der die frostige Decke verschwindet.

Sibirischer Fluss Tas aus dem All: Die Fotos entstanden zwischen dem 9. Juni und 4. Juli Zur Großansicht
NASA

Sibirischer Fluss Tas aus dem All: Die Fotos entstanden zwischen dem 9. Juni und 4. Juli

Das Sommerwetter hat viele Gewässer in Deutschland auf Badewannentemperatur erhitzt. Etwas frischer geht es dagegen in Sibirien zu. Kein Wunder, denn dort ist von manchen Flüssen erst vor einigen Wochen das Eis verschwunden. Das belegt diese Kombination von Bildern des US-Satelliten "Landsat 8", die einen Abschnitt des Flusses Tas zeigen.

Der Strom ist insgesamt gut 1400 Kilometer lang und fließt vom Westsibirischen Tiefland durch sumpfiges und menschenleeres Gebiet nach Nordwesten. Das erste der drei Fotos stammt vom 9. Juni. Es zeigt den Fluss beinahe vollständig vom Eis bedeckt. Doch wie fragil die frostige Decke im Sonnenschein des Sommers bereits geworden ist, zeigt sich schon wenige Tage später, zum Zeitpunkt der zweiten Aufnahme am 18. Juni. Hier ist ein guter Teil der Eisdecke verschwunden. Dadurch sind auch Sedimente sichtbar, die der Fluss ins arktische Meer trägt.

Unter den Strömen Sibiriens ist der Tas vergleichsweise klein. Nach Angaben der US-Weltraumbehörde Nasa fließen durch ihn jedes Jahr 33 Kubikkilometer Wasser in die Karasee. Zum Vergleich: Im weit größeren Jenissei sind es im gleichen Zeitraum 580 Kubikkilometer. Das Süßwasser aus dem Binnenland sorgt dafür, dass sich auf dem Arktischen Ozean dann in der Dunkelheit des Winters große Eisflächen bilden.

Die größte Wassermenge im Tas strömt normalerweise im Juni. Das neueste der "Landsat"-Bilder vom 4. Juli zeigt, dass sowohl der Fluss als auch seine Nebengewässer zu diesem Zeitpunkt komplett eisfrei waren - der kurze Sommer jenseits des Polarkreises hat eingesetzt. Dann tauen auch die obersten Schichten des Bodens, darunter liegt in der Region der Permafrost.

Doch er verändert sich - und damit auch die gesamte Region. Mit älteren Bildern der "Landsat"-Satelliten haben Forscher bereits nachgewiesen, dass immer mehr Seen entlang des Tas verschwinden. Der Grund ist wohl der schwindende Dauerfrostboden. Bisher habe er unter den Seen wie der Boden eines Schwimmbeckens gewirkt. Doch die Barriere habe Löcher bekommen, erklärte die Nasa schon vor einigen Jahren.

chs

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