Satellitenbild der Woche Als in Sendai die Lichter ausgingen

Nach Erdbeben und Tsunami sind in Japan viele Atomanlagen zeitweise vom Netz gegangen. Von der Katastrophe in Fukushima ganz zu schweigen. Ein Bild aus dem All zeigt nun, welche Gebiete in Japan mit Stromausfällen zu kämpfen hatten.

Stromausfälle in Japan: Aufnahmen aus den Jahren 2010 und 2011 kombiniert
Reuters/ NASA

Stromausfälle in Japan: Aufnahmen aus den Jahren 2010 und 2011 kombiniert


Die Erdbeben- und Tsunami- Katastrophe hat Japan schwer gezeichnet. Auch außerhalb der direkt betroffenen Regionen sind die Folgen zu spüren. Neben der Angst vor den Folgen der Reaktorunglücke in Fukushima haben die Menschen mit weiteren Problemen zu kämpfen. Zwischenzeitlich drohte zum Beispiel dem Großraum Tokio ein großflächiger Stromausfall. Schuld waren die Abschaltungen zahlreicher Atommeiler nach dem Erdbeben.

Durch gezieltes Stromsparen konnten Millionen von Haushalten den drohenden Blackout in Tokio vorerst abwenden. Nach Angaben des Energieversorgers Tepco lag der Verbrauch in Spitzenzeiten bei 33,3 Millionen Kilowatt - bei einer gleichzeitigen Einspeisung von 33,5 Millionen Kilowatt.

Ein in dieser Woche veröffentlichtes Bild des US-Wettersatelliten "F-18" zeigt, dass vor allem das Gebiet um die Stadt Sendai nach dem Beben von Stromausfällen betroffen war. Ebenso erging es der Region Mito, nördlich von Tokio. Um das zu illustrieren, legten Fachleute zwei einzelne Aufnahmen des Satelliten übereinander, der zum Defense Meteorological Satellite Program der US-Luftwaffe gehört. Die eine stammt aus dem vergangenen Jahr, die andere vom 12. März dieses Jahres.

Für die Aquise der Bilder ist das Operational Linescan System auf dem Satelliten verantwortlich. Es registriert sowohl Licht aus dem sichtbaren Bereich als auch Infrarotstrahlung. Gelb erscheinen auf der Kombinations-Aufnahme all jene Bereiche, die sowohl vor einem Jahr als auch nach dem Erdbeben Strom hatten. Rot schimmern dagegen Flächen, in denen es nach Beben und Tsunami zu Versorgungsengpässen gekommen war. Grüne Punkte markieren Lichtquellen, die es bei der ersten Aufnahme im Jahr 2010 noch nicht gab. Allerdings schimmern auch normalerweise blau dargestellte Wolken über hellem Gebiet grünlich.

Die Flugkörper des Defense Meteorological Satellite Program sind übrigens für Vergleichsaufnahmen dieser Art besonders gut geeignet. Sie fliegen in sonnensynchronen Orbits zwischen 650 und 900 Kilometern Höhe. Das bedeutet, dass sie einen bestimmten Punkt der Erde immer zur selben Ortszeit überfliegen. Dadurch fällt der Schattenwurf des Sonnenlichts gleich aus - und die Aufnahmen sind besser übereinander zu legen.

chs



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