Satellitenbild der Woche Asiens schwärzester Fleck

Millionen Menschen in Asien konnten in dieser Woche eine besonders lange totale Sonnenfinsternis verfolgen. Doch für viele verdeckten auch Wolken den Blick zum Himmel. Zum Glück haben Satelliten keine Probleme mit schlechtem Wetter - und liefern eindrucksvolle Bilder.


Es war ein gigantisches Spektakel: Am Mittwoch zog die längste Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts in Asien Millionen von Menschen in ihren Bann. Von Indien über Bangladesch und Birma bis nach China und Japan war die Himmelserscheinung zu sehen. Insgesamt hatte der Schattenkorridor eine Breite von 258 und eine Länge von 15.000 Kilometern.

Bei einer totalen Sonnenfinsternis bilden Erde, Mond und Sonne für kurze Zeit eine Linie. Dadurch verdeckt der Mond von der Erde aus gesehen die Sonne. Von ihr ist während der Finsternis nur noch der als Strahlenkranz erscheinende Bereich der Sonnenatmosphäre, die sogenannte Korona, sichtbar.

In Shanghai und anderen chinesischen Städten wurden Feuerwerkskörper abgeschossen, als sich der Himmel verdunkelte. Doch nicht überall herrschte Freude über die Finsternis: In Indien versteckten sich viele Menschen in ihren Häusern, weil das Naturschauspiel nach alter Überlieferung Unheil bringen soll.

Über dem Pazifik war die Sonne sechs Minuten und 39 Sekunden lang komplett vom Mond verdeckt - eine Rekordzeit, die nach Berechnungen von Astronomen erst wieder im Jahr 2132 erreicht wird. Doch längst nicht alle Interessenten konnten die verdunkelte Sonne mit eigenen Augen sehen, obwohl sie sich monatelange darauf vorbereitet hatte: Dicke Wolken und Regen vermiesten etwa an vielen Orten Indiens die Beobachtung.

In Mumbai mussten zum Beispiel die Gäste im Nehru-Planetarium unverrichteter Dinge nach Hause ziehen, ihre speziellen Sonnenbrillen hatten sie umsonst gekauft. Stattdessen waren Regenjacken und Schirme gefragt. Bilder wie die des japanischen Satelliten "Mtsat" können da zumindest ein wenig trösten. Er steht in einem geostationären Orbit über dem Ostpazifik - und hatte deswegen aus rund 36.000 Kilometern Höhe einen freien Blick auf die Finsternis.

Es mag allerdings sein, dass sich nicht alle mit den Bildern aus dem All zufrieden geben - zumal wenn sie weit gereist waren, um die schwarze Sonnenscheibe mit eigenen Augen zu sehen. "Es war eine komplette Geld- und Zeitverschwendung", hatte zum Beispiel der US-Tourist Shaun Allen geklagt, der mit zehntausenden Schaulustigen im indischen Ort Taregna das Schauspiel verfolgen wollte. Dort waren zwar wegen der Dunkelheit die Lampen angeschaltet worden, ein direkter Blick blieb den Astronomiefans aber verwehrt.

Ursprünglich waren Wissenschaftler waren davon ausgegangen, dass die Sicht gerade dort am besten sein würde.

chs/AFP/AP



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