Satellitenbild der Woche: Eisbrecher

Belle Isle: Abkürzung nach Europa - mit schwierigen Witterungsverhältnissen für Seefahrer Zur Großansicht
NASA/ Chris Hadfield

Belle Isle: Abkürzung nach Europa - mit schwierigen Witterungsverhältnissen für Seefahrer

Seefahrer sollten sich vorsehen im Gebiet zwischen Neufundland und Labrador. Tückische Strömungen, brutale Winde - und vor allem viel Eis erschweren die Route. Aus dem All zeigt sich, wie ein felsiges Eiland die Schollen in der Belle-Isle-Straße teilt.

Wer mit einem Schiff den kürzesten Weg zwischen Europa und den Großen Seen in Nordamerika nehmen möchte, der kommt an diesem schmalen und oft ziemlich ungemütlichen Abschnitt nicht vorbei: Die rund 125 Kilometer lange Belle-Isle-Straße trennt die Insel Neufundland vom kanadischen Festland. An ihrem östlichen Ende liegt Belle Isle. Mit ihrem gut 200 Meter hohen Gipfel markiert sie gleichsam das nördliche Ende der Appalachen, des erdgeschichtlich sehr alten Mittelgebirges, das sich an der gesamten Ostküste Nordamerikas entlangzieht.

Offiziell ist das felsige Eiland unbewohnt - auch wenn jeden Sommer dort ein paar Fischer ihr Quartier aufschlagen. Die aktuelle Crew der ISS hat die schöne Insel, wie sie direkt übersetzt heißt, nun aus dem All fotografiert. Stationskommandant Chris Hadfield hat das Bild gerade über Twitter verbreitet. Dabei zeigt sich, dass das gut 50 Quadratkilometer große Eiland in winterlicher Zeit als eine Art natürlicher Eisbrecher wirkt. Die nach Süden fließenden kalten Wassermassen des Labradorstroms umströmen Belle Isle. Dort treffen sie auf eine kleinere, westlich fließende Strömung, für die die starken Winde in dem Gebiet verantwortlich sind.

Der Labradorstrom bringt große Teile des Jahres auch Eis mit aus dem arktischen Norden. Acht bis zehn Monate im Jahr müssen sich Seefahrer in der Belle-Isle-Straße daher auf Schollen einstellen. An den Felsen der Insel teilt sich, wie gut auf dem Bild zu erkennen, die Flut der Schollen. Doch nicht nur auf schwimmende Hindernisse müssen die Kapitäne und ihre Crews in der Gegend achten, auch Nebel und Stürme machen die Reise alles andere als einfach.

Das musste schon Seefahrer Jacques Cartier erkennen, der im Frühsommer 1534 die Wasserstraße als erster befuhr - und wohl auch der Insel ihren Namen gab. Brutale Westwinde und tückisches Eis zwangen Cartier schon am Eingang der Straße zu tagelangem Ankern. Der bretonische Kapitän wagte schließlich doch die Durchfahrt. In der Baie des Chaleurs, einem Seitenarm des Sankt-Lorenz-Golfs, traf er dann erstmals auf die traditionellen Bewohner der Gebiets, die Algonkin-Indianer.

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25  Bilder
Fotos aus dem All: Ein Planet zum Staunen

chs

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