Satellitenbild der Woche: Dunkle Schwaden aus dem Amazonas

Jede Sekunde fließen Hunderttausende Kubikmeter Wasser aus dem Amazonas in den Atlantik - und damit auch Blätter, Erde und Mineralien aus dem Regenwald. Das nährstoffreiche Wasser zieht in dunklen Schwaden an der Küste Südamerikas entlang.

219.000 Kubikmeter Wasser schießen jede Sekunde aus dem Amazonas in den Atlantischen Ozean - was dem Inhalt von 88 olympischen Schwimmbecken entspricht. Das Wasser breitet sich von der Flussmündung her aber nicht gleichmäßig in alle Richtungen aus, sondern zieht in Schwaden durch den Ozean und vermischt sich erst allmählich mit dem salzigen Meereswasser. Die Schwaden lassen sich aus der Luft erkennen, wie diese Bilder des "Aqua"-Satelliten der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigen.

Fast schwarze Schwaden: Wasser aus dem Amazonas ist nährstoffreich und deswegen als dunkles Band im Atlantik zu erkennen
NASA

Fast schwarze Schwaden: Wasser aus dem Amazonas ist nährstoffreich und deswegen als dunkles Band im Atlantik zu erkennen

Dunkelgrün, fast schwarz schlängelt sich das Wasser aus dem Amazonas zunächst an der Küste Nordbrasiliens entlang, um dann in einer Kehrtwende weiter in den Atlantischen Ozean hineinzutreiben. Die Schwaden sehen auf diesem Foto grün aus, weil sie besonders viel vom Pflanzenfarbstoff Chlorophyll enthalten.

Den Farbstoff bringen die Wassermassen aus dem Amazonasgebiet mit, zum Teil auch aus den Anden. Denn Rinnsale sickern von den mit Gletschern gepanzerten Spitzen der Bergkette hinab. Schätzungweise 10.000 solcher winzigen Flüsse münden in den Amazonas, den wasserreichsten Fluss des Welt. Während sich der Strom rund 6500 Kilometer durch den Regenwald windet, reißt er Blätter, Samen, Pilze, Tiere sowie Erde und Mineralien mit. Schließlich braust das Wasser in den Atlantik. Weil es so nährstoffreich ist und rasant ins Meer fließt, verteilt es sich aber nicht so gut im Atlantischen Ozean.

Nährstoffreiches Wasser aus dem Amazonas: An manchen Stellen gibt es besonders viel Chlorophyll (gelb), an anderen fast gar nicht (dunkelblau)
NASA

Nährstoffreiches Wasser aus dem Amazonas: An manchen Stellen gibt es besonders viel Chlorophyll (gelb), an anderen fast gar nicht (dunkelblau)

Wie hoch die Chlorophyll-Konzentration an verschiedenen Stellen im Atlantik ist, zeigt das untere Bild, das am 30. September mit dem Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (Modis) augenommen wurde: An gelb gefärbten Orten wurden 50 Milligramm grüner Pflanzenfarbstoff pro Kubikmeter Wasser gemessen, an türkisfarbenen etwa ein Milligramm pro Kubikmeter. In den dunkelblauen Bereichen wurde wenig oder gar kein Chlorophyll registriert. So lässt sich noch deutlicher als auf dem Foto erkennen, wie sich das Wasser aus dem Amazonas im Atlantischen Ozean ausbreitet.

fba

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