Satellitenbild der Woche Ist das Kunst oder...

...vielleicht doch Wissenschaft? Das Bild, aufgenommen vom Esa-Satelliten "Sentinel-1B", zeigt eine der spannendsten geologischen Regionen der Erde.

ESA


Die Farben erinnern ein wenig an moderne Kunst. Doch über diesem Text würde nicht "Satellitenbild der Woche" stehen, wenn es wirklich so wäre. Der Künstler heißt in diesem Fall "Sentinel-1B" und ist ein Satellit im Copernicus-Programm der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Er schwebt seit April 2016 in etwas mehr als 700 Kilometer Höhe um die Erde.

Der 2,3-Tonnen-Koloss nimmt regelmäßig Bilder mit seinem Radargerät auf. Im Vergleich zu etlichen seiner Aufnahmen, die auf der Erde von Spezialisten der Esa noch bearbeitet werden, ist das Ergebnis in diesem Fall tatsächlich schwer irgend einer Region zuzuordnen und bedarf einer Erklärung:

Das Bild zeigt Äthiopien und die Ortschaft Semera in der Afar-Region. Sie ist auf der Aufnahme in der oberen rechten Ecke allenfalls zu erahnen. Dort, im Nordosten des afrikanischen Landes nahe der Grenze zu Eritrea, leben nur etwa 2600 Menschen.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Gewaltiges Tal

Hier liegt das Great Rift Valley, der Große Afrikanische Grabenbruch. Die Verwerfung ist durch die Spaltung der Arabischen Platte von der Afrikanischen Platte während der letzten 35 Millionen Jahre entstanden. Sie hat ein enormes Tal hinterlassen, seine Breite variiert auf der etwa 6000 Kilometer langen Stecke des Grabenbruchs zwischen 30 und 100 Kilometern.

Die Landschaft in diesem Teil des Grabens ist vor allem im Norden von Wüstensträuchern und Vulkanen geprägt. Zwei Seen, Hayk Lake und Hardibo Lake, sind unten links zu sehen. Die Menschen hier leben vor allem von der Landwirtschaft. Sie bauen Mais, Bohnen, Papaya und Bananen an und züchten Kamele, Schafe und Esel. Auch der Salzhandel ist typisch. Im Awash River Valley wird zudem Baumwolle angebaut.

Das Copernicus-Programm

Nördlich des Ausschnitts befindet sich Dallol mit seinen außergewöhnlichen Geothermalgebieten. Die Region mit der Danakil Depression liegt 125 Meter unter dem Meeresspiegel und zählt mit Temperaturen von durchschnittlich mehr als 34 Grad Celsius zu den heißesten, bewohnten Orten der Erde. Hier fällt nur etwa 100 bis 200 Millimeter Niederschlag pro Jahr.

Bleibt die Frage: Warum ist das Bild so bunt? Tatsächlich handelt es sich um ein sogenanntes Falschfarbenbild. Dabei werden einzelne Bildabschnitte aus den Daten des Satelliten-Radargeräts von den Esa-Forschern bunt eingefärbt. So werden entsprechende Informationen wie etwa unterschiedliche Vegetationsbereiche sehr viel leichter erkennbar.

In diesem Fall geht es um Höhenunterschiede, die durch Farbvariationen erkennbar sind. Der linke Teil des Bildes wird von Gelb dominiert, was auf Veränderungen der Vegetation in höheren Lagen hindeutet.

joe

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