Satellitenbild der Woche: Italienische Nächte

Urlaubsstimmung an Bord der ISS: Italiens Adriaküste bei Nacht Zur Großansicht
NASA

Urlaubsstimmung an Bord der ISS: Italiens Adriaküste bei Nacht

Was für eine Aussicht: Gestochen scharf zeigt diese Aufnahme aus dem All die Küstenlinien der Adria und des Mittelmeers. Auch Modena, Florenz und Pisa funkeln darin gut sichtbar. Ob das Bild von einem Italiener stammt?

Über dem stockfinsteren Meer leuchtet ein Küstenort neben dem anderen, wie Adern ziehen sich die Lichter ins Innere des Landes. Dieses Bild des nächtlichen Italiens hat aber nicht etwa ein Satellit geschossen, sondern ein Astronaut der Internationalen Raumstation ISS.

Wo Italien aufhört und die Adria beginnt, ist nur dort nicht zu erkennen, wo die Küste kaum besiedelt ist. Etwa an der Mündung des Pos nahe Porto Tolle, die sich am rechten Bildrand mangels künstlicher Lichtquellen lediglich erahnen lässt. Darüber funkeln wie an einer Perlenkette die Städte Cesena, Faenza, Bologna und schließlich Modena.

Betrachtet man das Bild in seiner vollen Größe (klicken Sie dafür auf das Foto), taucht am oberen Rand auch das Mittelmeer auf. In der Toskana leuchtet gut sichtbar Florenz, auch Pisa ist nahe der Küste gut zu erkennen. Und was daneben aussieht wie eine Bucht, ist in Wirklichkeit ein geschütztes Stück Natur: der Regionalpark Migliarino San Rossore Massaciuccoli, insgesamt 23.000 Hektar groß, die vor allem aus Pinienwäldern, Sümpfen, Wasserflächen und Deichen bestehen.

War der Fotograf ein Italiener?

Die nächtliche Romantik wird allein von der "Sojus"-Kapsel getrübt, die von links in die Abbildung hineinragt. Sie ist an die ISS angedockt, auf der momentan sechs Astronauten leben und arbeiten. Wer von ihnen das Bild aufgenommen hat, verrät die Nasa nicht.

Einen Verdächtigen gibt es dennoch: Denn neben zwei US-amerikanischen und drei russischen Raumfahrern gehört auch Luca Parmitano zur Besatzung der ISS. Der Italiener ist begeisterter Sporttaucher, da läge ein Bild der Küste natürlich nahe. Seine Heimat hätte der Astronaut allerdings nicht abgebildet, denn die liegt viel weiter südlich - an der Ostküste Siziliens.

Als die ISS im Juni mit Treibstoff, frischen Lebensmitteln und Kleidung versorgt wurde, hatte Esa-Chef Jean-Jacques Dordain noch über Parmitano gescherzt: "Sie wissen, für junge Italiener ist es sehr wichtig, schöne Klamotten zu haben." Im Juli erlebte der 36-Jährige dann einen Außeneinsatz, der für ihn lebensgefährlich hätte werden können: Plötzlich lief Wasser in seinen Helm, der Einsatz musste abgebrochen werden.

che

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