Satellitenbild der Woche: Endstation Sehnsucht

New Orleans von der ISS aus gesehen: Bis heute von "Katrina" gezeichnet Zur Großansicht
NASA/ MSFC

New Orleans von der ISS aus gesehen: Bis heute von "Katrina" gezeichnet

Im August 2005 verwüstete der Hurrikan "Katrina" die Südstaaten-Metropole New Orleans. Bis heute hat sich die Stadt nicht vollständig erholt. Nun war sie eines der ersten Beobachtungsziele einer Weltraumkamera, die bei ähnlichen Naturkatastrophen helfen soll.

Innerhalb von 90 Minuten rast die Internationale Raumstation einmal um die Erde. Ihren Bewohnern bieten sich dabei oft einzigartige Blicke nach unten. Und so haben Astronauten und Kosmonauten schon Millionen von Bildern gemacht. Das passiert offiziell natürlich im Namen der Wissenschaft, doch oft sind die Fotos auch einfach nur schön anzusehen.

Vor wenigen Wochen hat die US-Weltraumbehörde Nasa auf der Raumstation nun ein System namens "ISERV" ("ISS SERVIR Environmental Research and Visualization System") in Betrieb genommen. Diese im US-Modul "Destiny" festgemachte Kamera soll die Datenaufnahme aus dem All zumindest ein Stück weit automatisieren. Denn offiziell machen die Raumfahrer ihre Bilder in der Freizeit - und wenn die allzu knapp ist, können sie eben auch manchmal nicht auf den Auslöser drücken. "ISERV" schießt dagegen ganz automatisch hochauflösende Fotos. Gesteuert wird das System aus der Ferne, vom Marshall Space Flight Center der Nasa in Huntsville (US-Bundesstaat Alabama).

Die Bilder sollen zum Beispiel bei der Antwort auf Naturkatastrophen und beim Naturschutz helfen - und den Bewohnern der betreffenden Gebiete bei Bedarf schnell zur Verfügung gestellt werden. Und so ist es wohl auch kein Zufall, dass eines der ersten veröffentlichten Bilder des neuen Systems New Orleans zeigt, die bis heute von den Folgen des Hurrikans "Katrina" gezeichnete Südstaaten-Metropole.

Brücke gehört zu den längsten der Welt

In der rechten oberen Ecke des Großbildes ist der Lake Pontchartrain zu sehen, der die Stadt nach dem Bruch mehrerer Schutzwände überflutet hatte. Ebenso gut zu erkennen ist die Doppelbrücke des Lake Pontchartrain Causeway. Die beiden jeweils über 38 Kilometer langen Bauwerke gehören zu den zehn längsten Brücken der Welt und waren vom Wirbelsturm ebenfalls beschädigt worden. Nach "Katrina" mussten sie wochenlang repariert werden.

Am rechten Rand der Bildes ist gut der New Orleans City Park zu erkennen, im unteren Bereich außerdem das weiße Rund des Superdome. Unter dessen riesiger Kuppel, zwischen ihrer Fertigstellung 1975 und 2001 das weltweit größte Bauwerk seiner Art, hatten sich im August 2005 viele der Menschen geflüchtet, die New Orleans nicht mehr vor dem Hurrikan hatten verlassen können. Die Arena als Endstation Sehnsucht - das war eigentlich geübte Praxis, bereits während des Hurrikan "Georges" im Jahr 1998 war das Gebäude als Notunterkunft genutzt worden.

Doch bei "Katrina" strömten einfach zu viele Menschen in die riesige Halle. Zehntausende lebten tagelang unter katastrophalen Bedingungen im Superdome - während der Sturm Teile des Dachs abdeckte. Erst nach tagelangen Bemühungen konnte die riesige Arena schließlich am 4. September 2005 evakuiert werden. Gut zwei Jahre später wurde sie nach einer grundlegenden Renovierung mit einem Football-Spiel wieder eröffnet.

chs

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