Satellitenbild der Woche Bodensee-Luxus in pink

Der neue Satellit "Sentinel-1A" der Europäischen Weltraumagentur testete mit ersten Bildern vom Bodensee die Instrumente an Bord. Per Zufall entstand so die Kartografie einer der exklusivsten Wohngegenden Deutschlands.

Aufnahme des jungen Radarsatelliten "Sentinel-1A": Pink eingefärbte Gebäude zeigen die Bebauungslage rund um den Bodense
ESA

Aufnahme des jungen Radarsatelliten "Sentinel-1A": Pink eingefärbte Gebäude zeigen die Bebauungslage rund um den Bodense


Das Gebiet um den Bodensee gehört zu den teuersten Wohngebieten Deutschlands. Nur wenige können sich dort ein Häuschen leisten. Wie dünn die Bebauung an manchen Stellen ist, wo mehr Menschen leben und wo die Natur noch das Ufer des Sees beherrscht, das zeigt eine aktuelle Aufnahme des Radarsatelliten "Sentinel-1A" dereuropäischen Weltraumagentur (Esa).

Das am 10. Mai aufgenommene und nun veröffentlichte Bild veranschaulicht die Ballungsräume am Bodensee als pinkfarbene Farbtupfer in einem Meer aus Grün und Schwarz. So lässt sich vor allem die Stadt Friedrichshafen am nördlichen Ufer als eine große bebaute Fläche ausmachen. Sogar das Rollfelld des dortigen Flughafens ist gut zu erkennen.

Für seine Messung nutzte Sentinel reflektierte elektromagnetische Strahlung, die je nach Landschaft unterschiedlich stark ausfällt.

Flächen, die mit Gebäuden bedeckt sind, sind auf den Aufnahmen pink gefärbt, Pflanzen erscheinen auf den Sentinel-Aufnahmen grün. Besonders mit Wasser bedeckte Gebiete reflektieren nur sehr wenig Strahlung und erscheinen daher auf den Bildern dunkel und fast schwarz. Im unteren rechten Teil des Bildes ist zu sehen, wie der Rhein vom Süden her in den See fließt und im Westen den Bodensee wieder verlässt.

Bilder von Eis und Feuer

Das Wasser des Bodensees bedeckt insgesamt rund 500 Quadratkilometer - eine Fläche doppelt so groß wie die Stadt Dortmund. Geformt wurden das Gebiet und der Untergrund maßgeblich durch den Rhein-Gletscher während der letzten Eiszeit. Der Bodensee ist heute nicht nur ein Naherholungsgebiet und Ferienort, sondern sichert auch die Trinkwasserversorgung der Gegend.

Das Radar von Sentinel wird derzeit noch von den Wissenschaftlern eingestellt und überprüft. Mit Testmessungen und Bildern wie diesem kalbrieren sie unter anderem die Instrumente an Bord. Die Aufnahme vom Bodensee gehört damit auch zu den ersten von "Sentinel-1A", den die Esa Anfang April mit einer Sojus-Trägerrakete in den Erdorbit beförderte.

Der Radarsatellit soll dort als einer von mehreren Satelliten für das Gemeinschaftsprojekt Copernicus die Erde vermessen. Er soll in Zukunft besonders schnell unter anderem Vulkane, Überschwemmungen und Erdrutsche zeigen können. Auch das Eis auf den Weltmeeren oder Ölverschmutzungen soll er im Auge haben - und das bei jedem Wetter und jeder Tageszeit: Dank seiner Instrumente ist der Satellit nicht auf Tageslicht und einen wolkenfreien Himmel angewiesen.

kpg



insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
peggy 07.06.2014
1. Sichtbare Welt
durch "reflektierte elektromagnetische Strahlung" endlich wahrnehmbar! Das ich das noch erleben durfte.
neinsagen 07.06.2014
2. ja,der Bodensee ist schön,wie lange noch???
obwohl der Ministerpräsident Kretschma nebenbei auch ein Grüner ist so ist der Zauber des Bodensee der Trinkwasserspeicher für Millionen von Menschen ist bald vorbei. FRAKING am Bodensee wird vom dem kriminellen Kreschma zugelassen; das Merkel es zulässt und Millionen von Menschen tötet ist nicht andes zu erwarten, und das obwohl bekannt ist welche katastrophalen Auswirkungen FRAKING in den USA in Polen in Russland bereits hat schaut Kretschma bei diesem Massenexedus weg. In Norddeutschland ist das Trinkwasser bereits verseucht, na ja wenn wir alle tot sind dann sterben die politiker auch und vielleicht kann sich die natur wenn alle Menschen tot sind wieder aufrichten. Geld kann man nicht essen und trinken -denn Sie wissen nicht was Sie tun.
mattutat 07.06.2014
3. Referenz Dortmund
"Das Wasser des Bodensees bedeckt insgesamt rund 500 Quadratkilometer - eine Fläche doppelt so groß wie die Stadt Dortmund." Hm, auf Deutschlandkarten, die man im Laufe seines Lebens immer wieder mal sieht, ist der Bodensee ja eine recht markante Stelle, so dass ich durchaus eine gute Vorstellung über seine Ausdehnung habe. Wo genau die Stadtgrenzen von Dortmund verlaufen, ist mir hingegen als Nicht-Dortmunder nicht ganz so geläufig. Deshalb irritiert es mich, dass diese hier als Referenz herangezogen werden. Immerhin habe ich gelernt, dass Dortmund größer ist, als ich gedacht habe. Hätte ich von einem Bodensee-Artikel nicht erwartet.
rbn 07.06.2014
4. Stimmt nicht ganz, das mit der Exklusivität des Schwäbischen Meeres
Zitat von peggydurch "reflektierte elektromagnetische Strahlung" endlich wahrnehmbar! Das ich das noch erleben durfte.
wie wir Schwaben den Bodensee nennen. Exklusiv sind nur die Einwohner: sie unterscheiden sich von den Restdeutschen nur durch ihre Religiosität, die sie zu ausnehmend ruhigen und zufriedenen Menschen macht. Interessant ist, dass vor 2000 Jahren die Ostsee als mare suevicum, also ebenfalls "Schwäbisches Meer" bezeichnet wurde, damals sassen die Schwaben in MeckPomm. Aufgrund ihrer Intelligenz haben sie dann diesen Landstrich verlassen und haben sich mehr südlich angesiedelt. Übrigens sagt man in Süddeutschland richtigerweise "rosa" und nicht "pink". Man hat dort eben ein eigenes Wort für diesen Farbton.
CT.Bauer 07.06.2014
5. Und woran erkenne ich jetzt den
An der Farbe "pink"? Ob das den Nicht-Anhängern des "Christopher-street-days" so gefallen wird?
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