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Satellitenbild der Woche: Märchenhafte Mongolei

Einem bunten Stück Marmor gleicht die Mongolei auf einer Aufnahme des Esa-Satelliten "Sentinel-2A". Sie zeigt die legendäre Wüste Gobi - einen Lebensraum der Extreme.

Schnappschuss von Sentinel-2A:  Wüstenlandschaft in Falschfarben
Copernicus Sentinel data/ ESA

Schnappschuss von Sentinel-2A: Wüstenlandschaft in Falschfarben

Die Farbkomposition ist spektakulär: unten ein sattes Rot, darüber braune, weiße und graue Streifen und oben ein Fleck in kräftigem Türkis, flankiert von roten Sprenkeln. Was aussieht wie ein buntes Stück Marmor, ist der Süden der Mongolei, die oft felsige Landschaft der Wüste Gobi. Sie erstreckt sich über weite Teile der Mongolei und den Norden Chinas.

Das Falschfarbenbild entstand am 23. Juni 2015 aus Infrarotaufnahmen des Esa-Satelliten "Sentinel-2A"; es wurde jetzt veröffentlicht. Pflanzen werden dabei üblicherweise rot dargestellt. So hebt sich die Vegetation deutlich von der kargen Wüstenlandschaft ab. Bei den bewachsenen und daher roten Bergen unten handelt es sich um das Gebirge Baga Bogd, einen Teil des Altai. Die Gipfel sind bis zu 3600 Metern hoch.

Gut zu erkennen ist die von Erosion gezeichnete Sandlandschaft nördlich des Gebirges. Der Regen hat Material von den Hängen in Richtung der Hochebene transportiert. Dabei ist ein sich immer weiter verzweigendes Geflecht entstanden. Ganz oben im Bild prangt der türkisfarbene Taatsiin Tsagaan - einer von vier Salzseen in dem Tal.

Die Wüste Gobi ist ein Lebensraum der Extreme. Wegen des Himalayas dringen kaum Regenwolken vom Indischen Ozean in die Region vor. Die Winter sind bitterkalt, im Sommer kann es sehr heiß werden. Die Temperaturen schwanken mitunter sogar binnen 24 Stunden um 35 Grad.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All
Der Esa-Satellit "Sentinel-2A" umkreist die Erde seit Juni 2015 in knapp 800 Kilometern Höhe. Zusammen mit "Sentinel-1A" ist er Teil des Erdbeobachtungsprogramms "Copernicus". "Sentinel-1A" tastet die Erde mit Radarstrahlung ab und kann so beispielsweise minimale Höhenveränderungen von Gebirgen erfassen. Die Flotte soll insgesamt 20 Orbiter umfassen. Benannt sind die "Sentinel"-Satelliten nach dem englischen Wort für "Wächter".

hda

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