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Satellitenbild der Woche: Uraltes Wasser aus der Wüste

Mit einem gigantischen Rohrsystem pumpt Libyen Grundwasser aus der Wüste zu den Städten an der Mittelmeerküste. Ein Satellitenbild zeigt einige der riesigen Anlagen des Systems, das als eines der größten zivilen Technikprojekte weltweit gilt.

Die Al-Kufrah-Oase im südöstlichen Libyen ist eine der am leichtesten aus dem All zu erkennenden Stellen auf der Erde. Die Reihen von dunklen Punkten auf diesem Bild, das der Esa-Satellit "Envisat" am 10. Februar aufgenommen hat, sind gewaltige Bewässerungsanlagen: In der Mitte jedes Kreises befindet sich ein Brunnen, der rotierende Sprinkler mit Wasser versorgt. Jede Anlage hat einen Durchmesser von knapp einem Kilometer.

Bewässerungsanlagen in Libyen: Uraltes Grundwasser für Städte und Felder
ESA/ESRIN

Bewässerungsanlagen in Libyen: Uraltes Grundwasser für Städte und Felder

Die Sahara nimmt den Großteil der Fläche Libyens ein, das nur zu sechs Prozent für die Landwirtschaft geeignet ist. Das Land besitzt zwar keine dauerhaft wasserführenden Flüsse oder Seen, dafür aber riesige Vorräte an Grundwasser.

Die Wasserschichten sind vor rund 10.000 bis 40.000 Jahren entstanden, als das heutige Libyen noch ausgedehnte Gewässer besaß, die regelmäßig von Niederschlägen befüllt wurden. Große Wassermengen sind bis zu vier Kilometer tief in den Sandstein eingedrungen.

1983 startete die libyische Regierung das "Great Man-Made River Project", das als eines der größten zivilen technischen Projekte überhaupt gilt. Das qualitativ hochwertige Grundwasser wird aus den Tiefen unter der Wüste in die Küstenstädte gepumpt, um dort die Trinkwasserversorgung und die Bewässerung von Feldern zu sichern.

Nach Angaben der Vereinten Nationen fließen täglich rund 6,5 Millionen Kubikmeter Wasser durch die Pipelines in Richtung Mittelmeerküste und die dortigen Städte Tripolis, Bengasi und Sirt. Trotz dieser riesig erscheinenden Menge dürften die Reserven noch einige Zeit halten: Das Nubische Grundwassersystem enthält Schätzungen zufolge 120.000 bis 150.000 Kubikkilometer Wasser. Bei einem Verlust von 6,5 Millionen Kubikmetern täglich wäre das Reservoir erst in 50.000 bis 60.000 Jahren erschöpft.

mbe

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