Satellitenbild der Woche Am seidenen Faden

Bei seinem Flug über die französische Atlantikküste knipste "Sentinel-2A" etwas, das wie ein Strich in der Landschaft wirkt. Dabei handelt es sich um eines der größten Bauwerke der Gegend.

La Rochelle mit vorgelagerter Insel
ESA

La Rochelle mit vorgelagerter Insel


Die Brücke ist fast drei Kilometer lang, an der höchsten Stelle in der Mitte ragt sie knapp 30 Meter aus dem Meer - aber aus dem Weltall wirkt das mächtige Bauwerk wie ein Strich in der Landschaft.

Vom Erdbeobachtungssatellit "Sentinel-2A" aus betrachtet, der das Bild im Dezember 2015 aufgenommen hat, sieht es aus, als würde nur ein hauchdünner, seidener Faden die La Rochelle vorgelagerte Île de Ré vom Wegdriften ins offene Meer abhalten. Der Esa-Orbiter, ein Teil des "Copernicus"-Programms, umkreist die Erde in 786 Kilometern Höhe und liefert hochauflösende Spektralbilder. Die Daten des "Wächters" werden per Laser zunächst zu geostationären Satelliten geschickt, die sie zur Erde weiterleiten, wo sie zur Umweltbeobachtung ausgewertet werden.

Diesmal hat sich "Sentinel-2A" die Gegend um La Rochelle an der französischen Atlantikküste vorgenommen. Die imposante Hafeneinfahrt der Hauptstadt des Départements Charente-Maritime mit den beiden Türmen Tour St. Nicolas und Tour de la Chaine sind noch im Bild etwas unterhalb der Brücke zu erahnen.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All
Das Bild aus dem Golf von Biscaya wurde während der Ebbe aufgenommen - deshalb sind besonders an den sandigen Buchten der Küstenlinie sowie auf der Insel selbst Areale zu erkennen, die häufig im Wasser versunken sind. Wegen des vier bis fünf Meter hohen Tidenhubs ist die Gegend ein Paradies für Muscheln und kleine Meerestiere und einer der besten Plätze in Europa für die Muschelzucht. Alleine auf der Île de Ré werden 1000 Hektar Zuchtfläche genutzt.

Unbewohnt ist die knapp 30 Kilometer lange und bis zu fünf Kilometer breite Insel übrigens nicht - dort leben über 33.000 Menschen. Einer der Haupteinnahmequellen für sie ist der Tourismus, jährlich kommen knapp 200.000 Gäste. Aber bereits die Anreise ist nicht günstig: Wer einmal über die Île de Ré-Brücke fahren möchte, muss dafür pro PKW 16 Euro Maut zahlen.

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joe



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