Satellitenbild der Woche: Land unter im Wüstenstaat

Die Provinz El Tarf im Norden Algeriens ist für ihre Landwirtschaft bekannt - doch kürzlich setzten Überflutungen viele Anbauflächen unter Wasser. Dauerregen und überlaufende Stauseen sorgten für massive Probleme, wie ein Blick aus dem All zeigt.

Falschfarbenbild algerischer Flutgebiete: Bis zu 100 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden Zur Großansicht
NASA

Falschfarbenbild algerischer Flutgebiete: Bis zu 100 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden

Berlin - Es schüttete und schüttete. Ende Februar und Anfang März musste die Provinz El Tarf im Norden Algeriens die stärksten Regenfälle seit 30 Jahren verkraften. Die Zeitung "Le Temps d'Algérie" berichtet, mancherorts seien innerhalb von 24 Stunden 100 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen. Die Wassermassen ließen unter anderem die Flüsse Seybouse und Bounamoussa über die Ufer treten.

Die Stauseen Bougous, Mexa und Cheffia mussten Wasser ablassen und verschlimmerten so zusätzlich die Lage in den Flutgebieten. Das Hochwasser überspülte mehrere Orte und landwirtschaftliche Anbauflächen. Insgesamt wurden 24.000 Hektar von den Fluten in Mitleidenschaft gezogen. Die Gesamtanbaufläche in der Provinz El Tarf liegt bei ungefähr 76.000 Hektar.

Nach Berichten algerischer Medien mussten wegen der Überschwemmungen mehr als 6200 Familien zeitweise ihre Wohnungen verlassen. Mindestens zwei Menschen kamen bei der Flut ums Leben. Drei weitere Algerier gelten als vermisst, nachdem sie in der Nähe des übervollen Stausees Cheffia einen Autounfall hatten.

Ein Falschfarbenbild des Nasa-Satelliten "Terra" zeigt das von den Fluten betroffene Gebiet, aufgenommen aus einem polaren, sonnensynchronen Orbit in rund 700 Kilometern Höhe. Auf dem Bild ist ein Areal von rund 30 mal 60 Kilometern zu sehen. Flächen mit Vegetation erscheinen rot, Wasser sieht dagegen schwarz bis türkis aus - je nach Menge der von ihm mitgeführten Sedimente. Im Bereich der großen Wasserfläche links im Bild liegt der Tonga-See, rechts im Bild ist der Oubeira-See zu erkennen.

Aufgenommen wurde das Bild vom sogenannten Aster-Instrument ("Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer"), einem der fünf Messgeräte auf "Terra". Es nimmt hochauflösende Bilder in 14 Spektralbereichen auf. Sie reichen vom sichtbaren Licht bis zur thermischen Infrarotstrahlung. Gebaut wurde das Aster-Instrument in Japan. Ein amerikanisch-japanisches Team wertet die Daten aus und produziert Bilder - wie dieses aus den algerischen Flutgebieten.

chs

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Weltall
RSS
alles zum Thema Satellitenbild der Woche
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback

Erde von der verrückten Seite