Satellitenbilder Nasa fotografiert Sonne erstmals in 3D

So hat die Menschheit die Sonne noch nie gesehen: Die Nasa zeigt erstmals 3-D-Bilder und -Filme unseres Zentralgestirns - aufgenommen von einzigartigen Stereo-Satellitenkameras. Die Wissenschaftler hoffen jetzt, auf der Erde Störungen durch Solareruptionen minimieren zu können.


Greenbelt/Maryland - "Die erste Reaktion war: Toll, die Instrumente funktionieren! Aber davon abgesehen dachten wir einfach: Wow!", sagte Wissenschaftler Simon Plunkett bei der Präsentation der 3-D-Sonnenbilder vor Experten und Fachleuten.

Die Fotos der Raumstation Stereo (Solar Terrestrial Relations Observatory) sind seit der vergangenen Nacht im Internet und in Museen und Wissenschaftszentren überall in den USA zu sehen. Auch faszinerende 3-D-Filme der Sonne werden gezeigt - und darüber hinaus neue zweidimensionale Bilder der Sonne, zum Vergleich.

Das im Oktober gestartete Doppel-Raumschiff umkreist die Sonne mit einem Teil vor und einem hinter der Erde - wie ein Augenpaar. Genau das ermöglicht die Aufnahme von 3-D-Bildern.

Hilfreich ist die Perspektive auch für die Analyse bestimmter Solarexplosionen, auch als Sonnen-Flackern bezeichnet. Dabei werden Milliarden Tonnen der Sonnenatmosphäre mit einer Geschwindigkeit von fast zwei Millionen Kilometern pro Stunde ins All geschleudert.

Dieses Phänomen sorgt nicht nur für das Polarlicht, sondern führt auf der Erde auch zu Problemen in der Energieversorgung und der Telekommunikation. Die Explosionen können außerdem Astronauten bei ihren Weltraum-Spaziergängen in Gefahr bringen.

Wissenschaftler streben danach, die Zeit für eine Vorhersage dieser Explosionen von derzeit etwa 24 Stunden auf einige wenige Stunden zu reduzieren. Die neuen Bilder sollen dabei helfen.

Bisher habe die Wissenschaft bei der Vorhersage von Sonnenstürmen ihre Modelle "im Dunkeln" berechnet, sagte Madhulika Guhathakurta, an dem Stereo-Projekt beteiligte Wissenschaftlerin. Das solle sich nun ändern. Seit dem Start des Raumkörpers ist die Sonne allerdings recht ruhig gewesen - so dass die Wissenschaftler noch keinen Sturm vorausgesagt haben.

kai/AP

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