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Satellitenmessung: Kosmische Strahlung erreicht Rekordwert

Weil die Sonne derzeit schwächelt, hat die kosmische Strahlung im Sonnensystem stark zugenommen. Nach Nasa-Angaben ist der Strom aus Protonen und schweren Atomkernen um ein Fünftel höher als bei allen bisherigen Messungen.

Sonne (Aufnahme aus dem Jahr 2007): Schutzschild wegen Minimum solarer Aktivität geschwächt Zur Großansicht
AFP

Sonne (Aufnahme aus dem Jahr 2007): Schutzschild wegen Minimum solarer Aktivität geschwächt

Von spontanen Reisen zum Mars würden Astronomen derzeit abraten, sofern sie bereits möglich wären. Der Grund: Die kosmische Strahlung, der die Astronauten auf dem Flug zum Roten Planeten ausgesetzt wären, ist in diesen Tagen extrem hoch.

"Im Jahr 2009 ist die Intensität um 19 Prozent über jeden Wert gestiegen, den wir seit den fünfziger Jahren gemessen haben", sagt Richard Mewaldt vom California Institute of Technology. Der Zuwachs sei so groß, dass man möglicherweise überdenken müsse, wie viel Abschirmung bei Flügen in die Weiten des Sonnensystems nötig sei.

Gemessen wurde die kosmische Strahlung von der Nasa-Sonde "Advanced Composition Explorer" (ACE). Den Grund des Rekords bei der kosmischen Strahlung kennen die Forscher genau: die schwächelnde Sonne. Die solaren Aktivitäten haben, beginnend ab 2007, ein Minimum erreicht, es gibt so gut wie keine Sonnenflecken. "Wir erleben derzeit das absolute Minimum der solaren Aktivitäten der vergangenen hundert Jahre", sagt Dean Pesnell vom Goddard Space Flight Center des Nasa.

Dadurch ist auch der Sonnenwind besonders gering, der von der Sonne ausgehende Strom von Protonen, Elektronen und schwereren Atomkernen. Der Sonnenwind bildet auch eine große Blase um unser Sonnensystem herum, weil er interstellare Materie verdrängt - die sogenannte Heliosphäre.

Die kosmische Strahlung, die von weit entfernten Supernova-Explosionen stammt, besteht ähnlich wie der Sonnenwind aus Protonen und schwereren Atomkernen. Das Magnetfeld der Sonne ist die erste Verteidigungslinie gegen diese energiereiche Strahlung. Die Erde selbst ist zusätzlich durch ihr eigenes Magnetfeld geschützt. Wer dieses verlässt, etwa bei Langzeitflügen zum Mars, benötigt ein gut abgeschirmtes Raumschiff, um keine gesundheitlichen Schäden zu erleiden.

hda

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