Saturnmond Enceladus: Eisregen im Takt der Gezeiten

Wasserspiele im All: Saturnmond Enceladus schleudert salzhaltige Fontänen in den Weltraum (Archivbild) Zur Großansicht
NASA/ JPL/ SSI

Wasserspiele im All: Saturnmond Enceladus schleudert salzhaltige Fontänen in den Weltraum (Archivbild)

Enceladus ist sehr klein, extrem weiß und könnte die Heimat außerirdischen Lebens sein. Jetzt zeigen Aufnahmen der Sonde "Cassini" eine weitere Eigenart des Saturnmonds: Seine Wasserfontänen schleudert er mit erstaunlicher Regelmäßigkeit ins All.

Der Saturnmond Enceladus ist für Astronomen bei der Suche nach möglichem außerirdischem Leben in unserem Sonnensystem besonders spannend. Nun haben Wissenschaftler ein weiteres, ungewöhnliches Phänomen belegt: Enceladus speit Eis im Takt der Gezeiten, wie eine Analyse von rund 250 Aufnahmen der Saturnsonde "Cassini" zeigt.

Die Gezeitenkräfte des Saturn aktivieren demnach regelmäßig die bereits früher entdeckten Eisvulkane am Südpol des Mondes. Die Beobachtung bestätigt eine Theorie zum Eisregen auf Enceladus, wie die Gruppe um Matthew Hedman von der Cornell-Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) im Fachmagazin "Nature" berichtet.

Enceladus ist einer der inneren Monde des Saturn und umkreist den Ringplaneten in 1,37 Erdentagen. Er hat einen Durchmesser von rund 500 Kilometern und ist damit um ein Vielfaches kleiner als der Erdenmond, dessen Durchmesser knapp 3500 Kilometer beträgt. Der Saturnmond reflektiert rund 99 Prozent des einfallenden Lichts und ist damit der weißeste Himmelskörper in unserem Planetensystem.

Eisvulkane sorgen für weiße Oberfläche

Eisvulkane am Südpol des Mondes spucken Eisfontänen aus, deren Material zum Teil auf Enceladus zurückfällt. Dieser Regen speist auch einen der Saturnringe. Enceladus' Umlaufbahn ist leicht elliptisch, und Saturns starke Gezeitenkräfte lassen tiefe Spalten am Südpol des Mondes im Rhythmus der Umkreisung unterschiedlich stark aufklaffen.

Diese vier sogenannten Tigerstreifen sind jeweils rund 130 Kilometer lang und haben einen Abstand von jeweils etwa 35 Kilometern voneinander. Sie sind der Ursprung der Eisvulkane und klaffen am weitesten auseinander, wenn sich Enceladus auf seiner elliptischen Umlaufbahn am weitesten vom Saturn entfernt, wie die Forscher um Hedman berichten. Genau das hatte eine Modellrechnung vorhergesagt. Die Eiswolken leuchten dann viermal heller, wie die Wissenschaftler gemessen haben. Das zeigt einen stark erhöhten Ausstoß.

Unterirdischer Ozean vermutet

Die ausgestoßenen Eispartikel sind salzig, wie frühere Untersuchungen gezeigt haben. Forscher deuten das als Hinweis auf einen unterirdischen Ozean auf dem Saturnmond. Die eisigen Fontänen enthalten zudem komplexe Kohlenwasserstoffe.

Enceladus ist damit einer der interessantesten Orte in unserem Sonnensystem für die Suche nach außerirdischem Leben, wie John Spencer vom Southwest Research Institute in Boulder (US-Bundesstaat Colorado) in einem "Nature"-Begleitkommentar schreibt. Darüber hinaus sei der Saturnmond einer der wenigen Himmelskörper unseres Systems, an dem sich aktive geologische Prozesse live beobachten lassen.

che/dpa

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1.
Inzineration 01.08.2013
Enceladus ist ein in Eis getarntes Raumschiff!
2.
joachim_m. 02.08.2013
Zitat von InzinerationEnceladus ist ein in Eis getarntes Raumschiff!
Genauer gesagt, ein getarnter Kampfstern der USA, den die Nasa zu Tarnzwecken alss Mond ausgibt; bitte sofort allen Menschen bekanntgeben!!!!
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