Saturnsonde "Cassini" filmt kosmischen Schwamm

Die Saturnsonde "Cassini" ist nah an einem kleinen Eismond vorbeigeflogen und hat von dem Hyperion genannten Brocken ein eindrucksvolles Video zur Erde gefunkt. Es zeigt, wie der mit Kratern übersäte, unregelmäßig geformte Eisklumpen durchs All trudelt.


Mond Hyperion: Kosmischer Schwamm
NASA / JPL / Space Science Institute

Mond Hyperion: Kosmischer Schwamm

Die Bilder, aus denen das Video zusammengesetzt wurde, sendete "Cassini" zwischen dem 9. und dem 11. Juni 2005, als die Sonde zum ersten mal an Hyperion vorbeiflog. Der Mond hat eine sehr unregelmäßige Form, die im Video gut zu erkennen ist. Die kantigen Kraterformen auf der Oberfläche des Mondes deuten auf heftige Kollisionen mit anderen Objekten hin. Weil viele von den Kratern jüngeren Datums zu sein scheinen, hat Hyperion ein Schwamm-artiges Aussehen.

Auch das Innere des Eismondes dürfte ziemlich schwammig sein: Er hat nur etwa 60 Prozent der Dichte von Wassereis, weshalb Wissenschaftler schätzen, dass ein großer Teil seines Inneren, mindestens 40 Prozent, hohl sein muss. Hyperion ist eben noch klein genug, um nicht von seinem eigenen Gewicht stärker zusammengedrückt zu werden, so dass sich die Hohlräume im Inneren schließen würden.

Die Auflösung im Moment der größten Annäherung an Hyperion beträgt nach Nasa-Angaben etwa einen Kilometer pro Pixel. Zweieinhalb Tage dauerte es, bis die Sonde alle Bilder zusammenhatte, um die Bewegung des verhältnismäßig kleinen Eisbrockens zu rekonstruieren. Am 26. September soll "Cassini" erneut sehr nah an Hyperion vorbeifliegen: Nur 510 Kilometer soll der Abstand dann betragen.

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.