"Science"-Rangliste Sonderschichten für die Sonden

Für Planetenforscher war 2005 ein phantastisches Jahr. Sonden flogen durchs All und setzten auf fremden Himmelskörpern auf - und sogar ein Komet wurde beschossen. Das Wissenschaftsmagazin "Science" sieht die Erkundung des Sonnensystems auf Platz zwei der Durchbrüche des Jahres.


Die fleißigen fliegenden Helfer der Menschheit haben sich im Jahr 2005 selbst übertroffen. Die Marsrover der Nasa etwa krochen immer weiter über die Oberfläche des roten Planeten und funkten unermüdlich Daten zur Erde - weit länger, als ihre Erbauer das eigentlich vorgesehen hatten. Die europäische Sonde "Mars Express" umkreist den Planeten immer noch und liefert ständig erstaunliche Bilder und faszinierende Einblicke auch in den Untergrund des Mars. Forscher fanden so Wasser auf dem Planeten, untersuchten die Methankonzentration der Atmosphäre und sind auf der Jagd nach Spuren von gegenwärtigem oder ausgestorbenem Leben auf unserem Nachbarn.



"Venus Express" ist unterdessen auf dem Weg zum zweiten Nachbarplaneten der Erde, die europäische "Cassini"-Sonde erkundet die Ringe und Monde des Saturn. Ihr Beiboot, die "Huygens"-Sonde, schaffte es im Januar sogar, auf dem Saturnmond Titan aufzusetzen und Bilder einer fremden und doch seltsam vertraut wirkenden Welt zur Erde zu schicken. Die erste Landung auf dem Mond eines anderen Planeten als der Erde öffnete Einblicke in eine Welt, in der Methan als Flüssigkeit vom Himmel regnet, Hügel formt und Täler in die Oberfläche schneidet. Erstmals wurde so ein Flüssigkeitszyklus beobachtet, der einem fremden Himmelskörper sein Gesicht gibt.

Vom äußersten Rand des Sonnensystems meldete sich unterdessen "Voyager", ein Veteran unter den einsamen Himmelsstürmern. Die "Deep Impact"-Sonde schoss ein Projektil auf den Kometen "Tempel 1" und filmte den Aufschlag - allein diese Mission lieferte Wissenschaftlern Daten, deren Auswertung sie noch lange beschäftigen wird, und die Aufschluss über die Frühzeit unseres Sonnensystems geben sollen.

Die japanische Sonde "Hayabusa" machte eine Stippvisite auf dem Asteroiden "Itokawa" und saugte ein bisschen Staub auf, der jetzt auf dem Rückweg zur Erde ist. Unterdessen sind neben "Venus Express" mit der Merkursonde "Messenger" und dem "Mars Reconaissance Orbiter" weitere Kundschafter auf dem Weg, die noch mehr über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft unserer Heimat im All herausfinden werden. Die Herausgeber von "Science" stellen die Planetenforschung auf Platz zwei der Liste der wissenschaftlichen Durchbrüche des Jahres: Für Planetenforscher sei dies ein "goldenes Zeitalter".

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.