Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Historische Mission im All: Astronaut Kelly nach 340 Tagen wieder auf der Erde gelandet

Fast ein Jahr lang war US-Astronaut Scott Kelly auf der ISS, er twitterte atemberaubende Aufnahmen aus dem All. Nun ist er zurück auf der Erde - und soll wichtige Daten für die Forschung liefern.

Nach 340 Tagen im Weltall sind der US-Astronaut Scott Kelly und der Russe Michail Kornijenko von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. Die drei Tonnen schwere "Sojus"-Kapsel mit den beiden Männern landete am Mittwoch in der früheren Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien. "Die frische Luft fühlt sich herrlich an", sagte Kelly nach dem Ausstieg.

Ebenfalls in der Kapsel war der Russe Sergej Wolkow, er hatte 182 Tage im All verbracht. Kurz nach der Landung wurde auf dem Twitter-Account der ISS dieses Video veröffentlicht:

Kelly ist bereits seit 20 Jahren Nasa-Astronaut, vor seiner Langzeitmission war er schon dreimal im All. In den vergangenen Monaten twitterte er regelmäßig spektakuläre Weltraum-Fotos. Die letzten kurz vor seinem Rückflug zur Erde:

Die Mission von Kelly und Kornijenko dauerte etwa doppelt so lange wie sonstige Einsätze auf der ISS. Sie gilt als Test für eine mögliche Reise zum Mars in vielen Jahren. Die beiden Männer hatten seit Ende März 2015 in der Schwerelosigkeit gearbeitet.

Vergangene Woche hatte Kelly gesagt, am schwersten falle ihm die Trennung von geliebten Menschen auf der Erde. Er sagte laut CNN allerdings auch: "Ich könnte auch noch 100 Tage hierbleiben oder 100 Jahre."

Zurück auf der Erde wird Kelly sich zahlreichen medizinischen Untersuchungen unterziehen. So sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie sich lange Weltraumreisen auf den Menschen auswirken. Interessant sind vor allem die Belastungen, denen der menschliche Körper dabei ausgesetzt ist - höhere Dosen kosmischer Strahlung, Muskel- und Knochenschwund, geschwächtes Immunsystem, Probleme mit den Augen und mögliche Folgen für das Erbgut.

Als idealer Vergleichsproband wird dabei Scott Kellys eineiiger Zwillingsbruder Mark dienen: Auch er war Astronaut, beide sind das erste und bislang einzige Geschwisterpaar, von dem beide im All waren.

Astronautenzwillinge Mark Kelly (l.) und Scott Kelly (r.): Während Scott auf der ISS ist, wird auch sein Bruder am Boden medizinisch untersucht. Die Vergleichsstudie soll erklären, wie Langzeitaufenthalte im All den menschlichen Körper beeinflussen.

Kelly mit russischem Kollegen Gennady Padalka vor dem Start: Die längste Zeit im Weltraum verbrachte bislang der Kosmonaut Waleri Poljakow in der Raumstation "Mir". Er blieb von Januar 1994 an für 437 Tage dort.

Foto von Scott Kelly von der ISS: Der Raumfahrer twittert regelmäßig Bilder der Erde von der ISS.

Faszinierendes Spektakel: Auch dieses Bild eines Polarlichts hat Kelly von der Raumstation aus gemacht.

Römersalat auf der ISS: Im roten und blauen Licht sieht das Gemüse lila bis pink aus. "Schmeckt gut, irgendwie wie Rucola", war das Fazit von Scott Kelly, der den Salat mit zwei Kollegen verzehrte. Angerichtet hatten sie ihn klassisch mit Olivenöl und Balsamico.

In dem Forschungslabor leisten nun Juri Malentschenko (Russland), Timothy Kopra (USA) und Tim Peake (Großbritannien) Dienst. Am 19. März soll eine dreiköpfige Verstärkung zur Raumstation starten. Russland ist nach dem Aus für die US-Space-Shuttles 2011 das einzige Land, das bemannte Flüge zur ISS organisiert.

aar/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: