Seltene Konstellation Planeten-Show am Nachthimmel

Der Abendhimmel bietet derzeit bei klarer Sicht einen seltenen Anblick: Mit Merkur, Venus, Mars, Saturn und Jupiter sind gleich fünf Planeten wie an einer Schnur aufgereiht mit bloßem Auge am Firmament zu erkennen.


Saturn, fotografiert von der Raumsonde "Cassini": Planeten bilden seltene Himmelskonstellation
NASA/ JPL/ SSI

Saturn, fotografiert von der Raumsonde "Cassini": Planeten bilden seltene Himmelskonstellation

Bis zum 2. April ist Merkur täglich bei Sonnenuntergang gegen 19 Uhr tief über dem westlichen Horizont zu sehen. Weiter oben leuchtet die Venus, momentan der mit Abstand hellste Punkt am Abendhimmel.

Auf der verlängerten imaginären Linie, die Merkur und Venus verbindet, kann man auch die anderen Planeten finden: den rötlichen, recht schwach leuchtenden Mars und den eher gelblich erscheinenden Saturn. Jupiter, ebenfalls strahlend hell und deutlich größer als Venus oder Merkur, komplettiert die seltene Himmelsformation.

Wie um das ungewöhnliche Schauspiel zu betonen, scheint der zunehmende Mond in dieser Zeit von Planet zu Planet zu reisen: Während die dünne Sichel zunächst direkt neben Merkur stand, nähert sie sich am heutigen Mittwoch der Venus. Dieses Gespann ist - bei guten Lichtverhältnissen - sogar tagsüber sichtbar. Es ist der letzte Auftritt der Venus als Abendstern, bevor sie sich am 8. Juni in einer Art Mini-Sonnenfinsternis als kleiner Punkt vor der Sonnenscheibe vorbeischiebt - ein seltenes Ereignis, das zuletzt 1882 stattfand.

Die "Fab Five", wie sie Ende März am Nachthimmel zu sehen sein werden
Sky & Telescope

Die "Fab Five", wie sie Ende März am Nachthimmel zu sehen sein werden

Am 25. März erreicht der Mond den Mars. Diese Nachbarschaft hilft dabei, den nur sehr schwach sichtbaren roten Planeten zu entdecken. Weiter geht es für den Mond zum Saturn, neben dem er am 28. März zu sehen ist, und zum Jupiter, den der bis dahin volle Mond am 2. April passiert.

Merkur ist nur bis Ende März mit bloßem Auge zu sehen, und das auch nur jeweils eine bis anderthalb Stunden direkt nach der Dämmerung. Die anderen vier Planeten können dagegen noch monatelang ohne Hilfsmittel betrachtet werden. Im Mai rücken sie noch enger zusammen - ein weiteres ungewöhnliches Bild. Die derzeitige Konstellation bietet nach Angaben der Nasa voraussichtlich die beste Abendsichtbarkeit der "Fab Five" bis zum Jahr 2036.



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