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Satellitenstart von "Sentinel-3A": Wächter der Ozeane

"Sentinel-3A" (künstlerische Darstellung): Erfolgreicher Start Zur Großansicht
DPA / Esa / Pierre Carril

"Sentinel-3A" (künstlerische Darstellung): Erfolgreicher Start

Wie geht es den Weltmeeren? Das soll ein neuer Umweltsatellit aus Europa jetzt herausfinden. "Sentinel-3A" ist gerade erfolgreich gestartet.

Europa hat seinen dritten neuen Umweltwächter ins All gebracht. Der mehr als eine Tonne schwere Satellit "Sentinel-3A" hob mit einer "Rockot"-Trägerrakete vom Kosmodrom Plessezk in Nordrussland ab. Wenig später erreichte er seine Umlaufbahn in rund 800 Kilometer Höhe. Er hat auch schon seine ersten Signale zur Erde gesendet.

"Sentinel-3A" (englisch für: "Wächter") soll vor allem Ozeane und Meeresströmungen aus dem All beobachten. Auch die Dicke des Meereises und den Anstieg des Meeresspiegels soll er messen. Die Beobachtungen sollen auch zeigen, wo und wie die Meere verschmutzt werden. Aber auch die Vegetation an Land wird der Satellit im Blick haben, Waldbrände und andere Feuer aufspüren - und Frühwarnsysteme wie etwa gegen illegale Tropenwaldabholzung unterstützen.

Geplant ist, dass der Satellit die gesamte Erde in etwa einem Tag abtastet. Der Missionsbetrieb soll nach Tests und Vorarbeiten in rund fünf Monaten beginnen.

Es ist nach "Sentinel-1A" und "Sentinel-2A" der dritte aus der Satelliten-Reihe des europäischen Erdbeobachtungsprogramms "Copernicus". Dafür haben sich die Europäische Weltraumorganisation Esa und die EU-Kommission zusammengetan. Die Satelliten sollen die Arbeiten ihres Vorgängers "Envisat" fortsetzen, der seit 2012 nicht mehr funktioniert.

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Himmelsauge: Satellit "Sentinel-2A" liefert erste Bilder
Statt eines einzigen großen Nachfolgers haben sich die Europäer entschlossen, einzelne kleine Missionen zu starten. Wenn davon eine ausfällt, ließe sie sich schneller ersetzen: "Sentinel-1A" war im April 2014 gestartet und kann zum Beispiel Erntevorhersagen für die Landwirtschaft liefern. "Sentinel-2A" hat die Gesundheit der Wälder und Pflanzen im Blick.

Die Satelliten sind auf eine Missionsdauer von sieben Jahren ausgelegt, haben aber Treibstoff für weitere fünf Jahre an Bord. Auf "Sentinel-3A" sollen weitere Satelliten folgen. Ein baugleicher "Sentinel-3B" ist für 2017 geplant, gestartet werden soll vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana mit einer "Vega"-Rakete.

Die Sentinel-Daten kann jeder kostenlos nutzen. Sie sind aber hauptsächlich für Politiker, Unternehmer, Wissenschaftler und die Landwirtschaft gedacht. Auf die Informationen greifen bislang etwa 16.000 Nutzer zu.

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chs/dpa

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