"Smart-1" Mission erfüllt, Mondsonde zertrümmert

Der Mond hat einen Krater mehr: Mit 7200 Stundenkilometer ist die europäische Raumsonde "Smart-1" pünktlich heute Morgen auf dem Erdtrabanten aufgeschlagen. Die Forscher der Europäischen Raumfahrtagentur Esa jubeln.


Darmstadt - Mit dem kalkulierten Aufprall endet eine dreijährige Mission, die unter anderem erfolgreich ein effizientes neues Antriebssystem für Raumsonden testete. Nach dem Start im September 2003 erreichte "Smart-1" im November 2004 die Umlaufbahn des Mondes und lieferte den Wissenschaftlern von dort eine Fülle von Bildern und Daten über den Erdtrabanten. Auch in den letzten Tage hatte die kleine Sonde noch mit einer umfunktionierten Sternenkamera Nahaufnahme von der vernarbten, grauen Mondoberfläche geschossen.

Heute Morgen um 07.42 Uhr MESZ schlug die 366 Kilogramm schwere Mondsonde in der "Lake of Excellence" genannten mittleren Südregion des Erdtrabanten auf. Leistungsstarke Teleskope verfolgten den Crash auf dem Trabanten, der einen Krater hinterließ - und die Sonde zerstörte.

Das gelungene Manöver wurde von den Experten im Kontrollzentrum der europäischen Raumfahrtagentur ESA in Darmstadt mit Applaus gefeiert.

Sensationell Neues wurde während der rund 120 Millionen Euro teuren Mission nicht gefunden, wie die ESA offen zugibt. Im Vordergrund stand bei der Mondmission der Einsatz einer Vielzahl neuer Geräte, die in den nächsten Jahrzehnten Raumschiffe besser und effizienter machen sollen.

Jul/AFP/AP/dpa



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